Intro
Bereits am 1. Februar 2004 stellte Intel seine neuen Pentium 4 Prozessoren, gefertigt in der 90-Nanometer-Technik, vor. Und schon zu diesem Zeitpunkt erfolgte die offizielle Ankündigung des 3.4 GHz Pentium 4 Modells mit der Bezeichnung "E" als Kennung für die CPUs in dieser Fertigungstechnologie. Zum seinerzeitigen Launch präsentierte Intel allerdings nur die 3.2 GHz Variante und wies darauf hin, dass das 3.4 GHz Modell ein wenig später folgen werde. Heute ist es nun soweit und wir dürfen uns einen Überblick verschaffen, was ein Pentium 4 "Prescott" mit 3.4 GHz zu leisten im Stande ist.
Doch neben der Leistung möchten wir auch einen Blick auf andere, mit diesem Prozessor einhergehende, interessante Punkte werfen. Der Prescott-Kern hatte bei seiner Veröffentlichung einige Überraschungen parat, wobei diese nicht nur im Bereich Leistung lagen, sondern auch in der Temperaturentwicklung.
![Intel Pentium 4 3.4E GHz [Prescott]](/images/reviews/2004/pentium4_prescott_3.4ghz/intro.jpg)
Und so fanden sich bereits kurze Zeit nach der Vorstellung bereits erste Hinweise seitens des Herstellers, dass ein überarbeitetes Prozessor-Stepping folgen soll. Wir waren natürlich gespannt, ob der eingetroffene 3.4E Prozessor bereits auf dem neueren D0-Stepping aufsetzen würde und falls ja, ob sich Verbesserungen im Bereich der Temperaturentwicklung und Leistungsaufnahme zeigen würden.
Unser Dank gilt an dieser Stelle Intel Deutschland für das entgegengebrachte Vertrauen.

Zweiter Anlauf: Prescott in der Praxis
| Merkmal |
Pentium
4 Extreme Edition ""Northwood"" |
Pentium
4 ""Northwood"" |
Pentium
4 ""Prescott"" |
| Taktfrequenzen |
3.2-3.4
GHz |
2.0-3.4
GHz |
2.8E-3.4E
GHz |
| Front
Side Bus |
800 |
400/533/800 |
800
|
| Sockel |
Socket
478 |
Socket
478 |
Socket
478 |
| 1st
Level DataCache |
8kB |
8kB |
16kB
|
| 1st
Level Trace Cache |
12
kµOps |
12
kµOps |
12
kµOps |
| 2nd
Level Cache |
512
kB |
512
kB |
1024 kB |
| 3rd
Level Cache |
2048
kB |
- |
-
|
| Herstellungsprozess |
130
nm |
130
nm |
90
nm Strained Silicon |
| Transistoren |
178
Millionen |
55
Millionen |
125
Millionen |
| Die
Größe |
237
mm² |
131
mm² |
112
mm² |
| Verdrahtung/Isolation |
6
Schichten Kupfer / SiOF |
6
Schichten Kupfer / SiOF |
7
Schichten Kupfer / CDO |
| Max.
Leistungsaufnahme (TDP) |
103 Watt |
82
Watt (3.2C GHz) |
89
- 103 Watt |
| Max.
Temperatur (Tcase) |
67°C |
70°C |
69,1
- 73,2°C |
| Multimediabefehle |
MMX/SSE/SSE2 |
MMX/SSE/SSE2 |
MMX/SSE/SSE2/SSE3
|
Unsere tabellarische Gegenüberstellung zeigt sehr schnell, dass wir es beim 3.4E Modell ausschließlich mit der angekündigten Taktsteigerung von 200 MHz zu tun haben. Änderungen bezüglich dem bisherigen Prescott mit 3.2 GHz gibt es keine.
Der Prescott zeigte sich im vergangenen Test, im Vergleich zum "Vorgänger" Northwood, doch recht differenziert. Erwartete man deutliche Leistungssteigerungen durch den verdoppelten L1 Daten und L2 Cache, so wurde man enttäuscht. In einigen Applikationen konnte der Prescott sich knapp vor die bisherigen "C"-Modelle setzen, doch bedingt durch die Aufstockung der Pipeline von 20 auf 31 Stufen, fiel der Leistungsunterschied geringer als erwartet aus. Mehr als das, denn dieser Schritt führte in stark CPU-lastigen Anwendungen teilweise sogar zu einem Leistungsrückgang.
Intels Schritt, die Pipeline zu verlängern, war allerdings zwingend erforderlich, um weitere Taktstufen realisieren zu können, will man doch noch in diesem Jahr die 4-GHz-Marke erreichen. So zeigten dann unsere Skalierungsvergleiche zwischen Northwood und Prescott dann auch ein recht gutes Ergebnis für den Prescott, welcher mit steigendem Takt meist besser reagierte, als die Pentium 4 C-Variante.