Los

AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung

Praxiseinsatz: Leistungsaufnahme

Es gehörte schon eine Portion Ingenieurskunst dazu, um eine Hauptplatine entsprechend so zu modifizieren, dass der gesamte Strom, welcher in den Prozessor fließt, messbar wird und die Toleranzen des Wandlers selbst außen vor bleiben.

Ist dies geschafft, so gilt es den Stromfluss zu messen und dabei natürlich ebenfalls die während der Messung anliegende Prozessorspannung zu ermitteln, damit ein exakter Wert zur Leistungsaufnahme errechnet werden kann. Wie die Praxis uns zeigte, genügt es nicht, die Spannung der CPU im Idle Mode zu ermitteln und diese dann als Grundlage für die spätere Multiplikation heranzuziehen. Auf den Athlon 64 Platinen steigt unter Last die Prozessorspannung nicht unerheblich an, weshalb diese Werte beachtet werden müssen.


AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung


Warum diese Spannungswerte ansteigen, darüber können wir letztlich nur spekulieren, gehen jedoch davon aus, dass es aus der nicht genutzten Derating-Funktion der Spannungswandler resultiert. Die Nutzung der Funktion, bei Intel-Vorgabe, sorgt dafür, dass die hochlaufende Prozessorspannung reduziert wird. Die Technik, die hier verwendet wird, nennt man Drooping. Bei zunehmendem Ausgangsstrom wird die Ausgangsimpedanz des Mehrphasenwandlers erhöht und somit die Ausgangsspannung verringert. Dies vermindert Regelüberschwingen der Wandler und ermöglicht ein besseres Reaktionsverhalten auf schnelle Lastwechsel und sorgt schlussendlich für stabilere Verhältnisse am Prozessor.

Immerhin treten, je nach Prozessortyp, Stromänderungen >900A/µs auf. Gute Reglersysteme haben ein Lastregelverhalten von max. 1,2...1,5mV/A. Beim plötzlichen Zuschalten von 50A Laststrom kann die Ausgangsspannung also durchaus mal um 75mV schwanken. Das Ausgangsimpedanzverhalten der Spannungswandler wird hierbei der jeweiligen Prozessorfamilie genau angepasst. Zudem wird bei zunehmender Last die Verlustleistung im Prozessor verringert.

Da Silizium einen negativen Temperaturkoeffizienten (ca. -2mV/K) hat, ist die Durchlassspannung für einen gegebenen Strom temperaturabhängig. Diese lineare Abnahme der Durchlassspannung bei konstantem Strom bedeutet, dass der Strom mit der Temperatur exponentiell zunimmt, was übrigens auch für den Sperrstrom gilt - er verdoppelt sich bei 10K Temperaturerhöhung! Anmerkung: Wer das vertiefen möchte, findet im Buch "Halbleiterschaltungstechnik" von Tietze/Schenk, Springer-Verlag, weitergehende Auskünfte.

Ist ein definiert gesperrter Zustand eines der Millionen Transistoren in einer CPU nicht mehr gegebenen, kommt es zu Rechenfehlern. Ein klarer Grund mehr, den Prozessor nicht zu überhitzen. Mancher Rechenfehler, den Prime95 ausweist, mag gerne durch eine Fehlschaltung aufgrund zu hoher Temperatur im Prozessor aufgetreten sein.

Was kann ein Derating der Kernspannung nun positives bewirken? Fließt ein großer Strom durch den Prozessor, erwärmt sich dieser und er wird leitfähiger, lässt somit demnach bei konstant anliegender Spannung noch mehr Strom fließen. Die Kernspannungsversorgung ist jedoch eine Quelle, die typisch mit kleinstem Innenwiderstand versehen eine (weitestgehende) Konstantspannungsquelle darstellt. Ein genau definiertes Derating der Kernspannung als Funktion des gemessenen Stromes wirkt deshalb dem Entstehen übermäßiger Verlustleistung entgegen.


AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung


Der festgestellte Umstand lässt sich allerdings nur mit geeigneten Messgeräten nachprüfen, denn die Spannungserhöhungen laufen an der Kenntnis der Monitoring-Tools schlicht vorbei. Die von diesen Tools präsentierten Werte sind leider schlicht unbrauchbar, was nicht an den Tools selbst, sondern vielmehr an den zumeist halbherzigen Umsetzungen und Integration der Monitoring-Einheiten der LPCs liegen dürfte.



Artikel Index:  



 Preisvergleich

Suchen

 Aktuelle Artikel

ATI Radeon HD 5830 Reloaded: MSI R5830 TwinFrozr II & XFX Radeon HD 583014.03.2010 | Grafikkarten
ATI Radeon HD 5830 Reloaded: MSI R5830 TwinFrozr II & XFX Radeon HD 5830

Nach allem Lob, das sich AMD bei der Vorstellung verschiedener Radeon-HD-5000-Karten verdiente, sorgte die Einführung der ATI Radeon HD 5830 im Februar dann doch für Schelte. Die Präsentation des AMD-Referenzboards zeigte praktisch keine Höhepunkte und erlaubte auch nur bedingt einen Ausblick auf das, was der Anwender von Boardpartnern erwarten durfte. Doch deren Karten ließen auf sich warten - bis heute. Anhand zweier verfügbarer ATI-HD-5830-Grafikkarten können wir nun ein schlüssigeres Bild zeichnen.
Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?11.03.2010 | CPU/ Prozessoren
Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?

Zwei und Vier ergibt Sechs, ganz so simpel ist die Rechnung bei Intel zwar nicht gewesen, doch dank 32-nm-Fertigung kombiniert mit dem Baukastenprinzip schuf Intel einen neuen Prozessor mit sechs Kernen. Doch kann der Prozessor eigentlich dadurch wirklich mehr oder profitiert er nur bei den multithreaded Applikationen? Dies wird der nachstehende Artikel zeigen.
NVIDIA GeForce GTX 400 auf der CeBIT07.03.2010 | Grafikkarten
NVIDIA GeForce GTX 400 auf der CeBIT

Natürlich war eines der spannenden Themen der diesjährigen CeBIT im PC-Komponenten-Bereich, was NVIDIA an weiteren Informationen im Hinblick auf seine kommenden DirectX 11-Grafikkarten verraten würde. Die Menge an Informationen, welche wir dort aber erfuhren war schlicht zu groß, um diese in einer Nachricht zusammen zu fassen. Darum haben wir diesen Artikel mit allen Informationen verfasst.
Mehr Testberichte

 Anzeige