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Intels Multi-Core-Pläne

Roadmap für Desktop- und Mobile-Prozessoren (Fortsetzung)

Vorteil für zwei CPUs innerhalb eines physikalischen Kerns ist insbesondere die Ansteuerung des Caches, die dann gemeinsam auf einen Speicher in Form von Shared-Cache zugreifen können, während getrennte Kerne jeweils über separate Caches verfügen und entsprechend höherer Aufwand für die Kommunikation untereinander zu erwarten ist. Maßgebend für den Erfolg der Integration, ohne dass man viel Ausschuss mit defekten CPUs beklagen muss ist jedoch letztendlich die Qualität der Fertigung sowie die Größe er Strukturen. Denn je kleiner die CPUs werden, je mehr lassen sich gemeinsam auf einem Chip unterbringen. Ist die Qualität der Fertigung jedoch zu schlecht, sodass häufig auf den Chips auch defekte Prozessoren landen, explodieren die Herstellungskosten, weil durch einen defekten Kern praktisch gleich vier oder später acht Kerne brach liegen. Denkbar wäre hier ein Verfahren, wie es beim Cache bereits zum Einsatz kommt, indem defekte Cores schlicht deaktiviert werden und die Dual-Core CPU als Single-Core verkauft wird.

In der zweiten Hälfte 2006 soll dann schließlich die nächste 65-nm-Generation den Markt erreichen, die im mobilen Umfeld vom Merom getragen wird, während auf dem Desktop der Conroe in verschiedenen Abwandlungen zum Einsatz kommt. Konkret verfügt der Merom dabei über zwei oder vier Megabyte L2-Cache und soll zudem nach letzten uns bekannten Informationen mit einer geringen Thermal Design Power von 5 Watt auskommen. Gerade im Vergleich zu den aktuellen Mobile-Prozessoren mit TDPs von 10-20 Watt wäre dies ein großer Schritt hin zu mehr Mobilität. Für den Entry-Level Bereich plant Intel zudem einen abgespeckten Kern namens Stealey, der mit nur 512 KB L2-Cache daher kommt und vermutlich die Position des bisherigen Celeron M einnehmen könnte.

Auf dem Desktop rückt der Conroe in drei Varianten vor, die mit einer TDP von bis zu 60 Watt ebenfalls recht gemächlich im Verbrauch sind. Die kleinste Variante Millville kommt als traditioneller Single-Core-Prozessor mit 1 MB L2-Cache auf den Markt und dürfte sicherlich auch eher im Bereich des Entry-Level-Marktes mit sehr preisorientierter Kundschaft seinen Platz finden, während Conroe und der kleinere Bruder Allendale als Doppelkern-Prozessoren sich wesentlich durch den Cache von 4 und 2 MB unterscheiden.


Mobile Desktop
2006 Yonah Yonah Presler Cedar Mill
1. Halbjahr Dual-Core Single-Core Dual-Core Single-Core
(65 nm) 2 MB L2-Cache 1 MB/ 2 MB L2-Cache 2 MB L2-Cache je Kern 2 MB L2-Cache
       
2. Halbjahr Merom Stealey Conroe Allendale Millville
Dual-Core Single-Core Dual-Core Dual-Core Single-Core
2/4 MB L2-Cache Yonah mit 512 KB L2-Cache 4 MB L2-Cache (shared) 2 MB L2-Cache (shared) 1 MB L2-Cache
5 W TDP   60 W TDP  
       
2007     Kentsfield  
(65 nm)     Quad-Core  
    4 MB L2-Cache  
       
       
2008 Penryn   Wolfdale Ridgefield Perryville
(45 nm) Dual-Core   Dual-Core Dual-Core Single-Core
3 MB/ 6 MB L2-Cache   3 MB L2-Cache 6 MB L2-Cache 2 MB L2-Cache
       
Später Silverthorne   Bloomsfield Yorkfield
    Quad-Core 8-Core
      12 MB L2-Cache (shared


Ab 2007 könnte schließlich nach Informationen von Tom's Hardware Guide der erste Quad-Core-Prozessor das Licht der Welt erblicken — bestehend aus zwei separaten Dual-Cores oder möglicherweise auch aus vier Single-Cores. Wie weit diese Informationen bestand haben, bleibt abzuwarten, zumal sich diesbezüglich auch die Quellen widersprechen und den Kentsfield sowohl als Dual-Core-Prozessor als auch als Quad-Core-Prozessor auszeichnen. Fraglich ist seine Position zudem in Betracht der Tatsache, dass auch 2008 nur Dual-Core Prozessoren für den Desktop-Bereich auftauchen. Denkbar wäre Kentsfield also höchstens als eine neue Form der Extreme Edition für die höchsten Ansprüche im Highend-Gaming- und Workstation-Bereich.

Mit der Umstellung der Technologie auf die 45-Nanometer-Fertigung halten schließlich die nächsten Dual-Core Prozessoren auf Desktop und Laptop Einzug, die erstmals eine kleine Revolution in der Angleichung der Cache-Größen mit sich bringen. Galt bisher die Verdopplung des Caches fast als ungeschriebenes Gesetz, so ändert Intel ab dann die Regeln etwas und beschränkt sich erstmals auf eine Vergrößerung um nur noch 50 Prozent. Dies hat dann etwas unübliche Kapazitäten von 3 und 6 MB zur Folge, könnte aber wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein, zumal der Vorteil nicht direkt mit der Größe des Caches skaliert, wenn woanders noch bremsende Faktoren existieren.

Wieder soll es für den Desktop drei unterschiedliche Ausführungen geben, von denen Perryville als Single-Core und Wolfdale sowie Ridgefield als Dual-Core geplant sind. Wahrscheinlich ist auch hier die Integration der Kerne direkt auf einem Chip, wie man es bei der geringen Strukturgröße erwarten könnte. Der Mobile-Prozessor Penryn entspricht den Desktop-Brüdern und soll ebenfalls in zwei Versionen mit unterschiedlichem Cache erscheinen. Ob Intel auch hier noch einen kleineren Bruder mit nur einem Core nach schiebt oder schlicht auf selektierte Perryville-Kerne zurück greift, bleibt abzuwarten.



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