ATI Radeon XPress 3200
Wie bereits im Intro beschrieben, sind wir nicht im Ansatz in der Lage eine objektive, technische Betrachtung dieses neuen ATI-Chips vorzunehmen - ATI blieb die notwendigen Papiere schuldig. Fakt ist, dass der bisherige Radeon XPress 200 Chipsatz auf Grund einer geringeren Anzahl PCI-Express-Leitungen lediglich einen einzelnen PCI-Express x16 Steckplatz zur Verfügung stellen kann, oder eben in der Crossfire-Edition zwei physikalische x16 Steckplätze, jeweils mit 8 PCI-Express-Leitungen angebunden.
Der Radeon XPress 3200 hingegen ist in der Lage zwei vollwertige x16 angebundene PEG-Steckplätze zur Verfügung zu stellen und zwar in einem Chip. NVIDIAs Pendant nForce 4 SLI x16 benötigt dazu die neue Southbridge, welche den zweiten x16 angebundenen PEG zur Verfügung stellt.
Gemunkelt wird im World Wide Web, dass der RD580 nun in seiner Northbridge insgesamt 44 PCI-Express-Leitungen zur Verfügung hat. Über die Belegunsmöglichkeiten bzw. die entsprechenden verfügbaren Controller wissen wir allerdings nichts. Der Chip nutzt zur Verbindung zur Southbridge ebenfalls eine PCI-Express-Anbindung, wofür entsprechende PCIe Leitungen abgezweigt werden müssen. Nimmt man die beiden physikalisch vorhandenen x16 Steckplätze, blieben rein theoretisch 8 Leitungen übrig.

ASUS verwendet auf seinem A8R32-MVP-Deluxe zusätzlich noch einen PCIe angebundenen LAN- und einen Festplatten-Controller und bietet darüber hinaus noch einen PCIe x1 Steckplatz. Somit 3 weitere Leitungen - die Frage nach den Controllern bleibt offen.
Auf Seiten des Peripherie-Controllers bleiben die Fragen nach einem neuen ATI-Chip ebenfalls offen. Interne Quellen erzählten uns, dass ATI mit vollem Einsatz an der Umsetzung der neuen SB600-Southbridge arbeitet - nichts Neues also, was das World Wide Web schon eine Weile berichtet.
Doch sei es nun SB400, 450 oder 460, irgendwie scheint bei den ATI-Peripherie-Controllern derzeit wenig Interesse zu bestehen. Auf Plattformen für den gehobenen Endkundenbereich findet man sie praktisch nicht und darunter eher selten. Grund dafür soll - Hörensagen - die Featureliste und die Performance im USB-Bereich sein, welche mit aktuellen Produkten der Mitbewerber nicht mithalten kann. Und eben dies ist dann wohl letztlich der Grund, warum die kompatiblen Southbridges von ULi ein gern gewähltes Produkt bei den Mainboard-Herstellern sind - noch zumindest.

Die heute angetroffene Kombination beherbergt einen ULi M1575 Controller mit durchaus zukunftsträchtigen Eigenschaften. Berücksichtigt man beispielsweise, dass Windows Vista auf seiner Liste HDA (High Definition Audio) trägt, so kann ULi dies bieten. Ebenfalls findet sich bereits SATA II Unterstützung - alles also sehr gut klingende Marketing-Bezeichnungen. Im Detail bietet der ULi / NVIDIA M1575 folgende Merkmale:
- PCI-Express-Interface zur Anbindung an die Nothbridge
- bis zu 4 S-ATA II und 2 P-ATA Schnittstellen
- RAID 0, 1, 0&1, 5, JBOD (Just a bunch of Disks)
- onboard Sound HDA (AC'97 V 2.3 konform)
- 8 USB 2.0 Anschlüsse
- 10/100 Mbit LAN
ASUS A8R32-MVP Deluxe - Boardimpressionen

ASUS Deluxe-Versionen bieten grundsätzlich immer ein "Mehr" an Ausstattung. So auch das A8R32-MVP Deluxe. Optisch tritt uns ein in schwarz gefärbtes PCB entgegen, das darüber hinaus 8-Kanal Sound, Dual-LAN, vier SATA II Schnittstellen und einen PCI-Express angebundenen SATA-Controller von Silicon Image parat hält. Letzterer stellt einen SATA II Anschluss auf dem I/O-Shield bereit.
Sehr löblich ist die vollständig passive Kühlung der beiden vorhandenen Motherboard-Chips, was bei NVIDIA-Vertretern der nForce 4 Gattung keine Selbstverständlichkeit darstellt. Eine 3-Phasen-Wandlung, mit passiver MOSFET-Kühlung rundet den ersten, optisch guten Gesamteindruck des neuen ASUS Sprösslings ab.
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