Jahresrückblick 2006

Intro

Die Zeit ist verrinnt und obwohl in tiefen Lagen in Europa noch wenig oder kein Schnee liegt, sind die Weihnachten bereits vorüber und der Jahreswechsel steht bevor. Doch bevor die Korken knallen wollen wir noch einmal das Jahr 2006 reflektieren und die interessanten Körner aus dem grossen Berg von Ereignissen unserer Szene herauspicken.


Jahresrückblick 2006


Business

Schon gegen Ende 2005 kursierten Gerüchte im Internet, dass Intel sein Logo ändern soll und dabei den bekannten und gerne kopierten Spruch "Intel inside" durch etwas neues ersetzen will. Auch wir sind auf den Gerüchtezug aufgesprungen und präsentierten auf der Hauptseite mögliche neue Logos, jedoch wurden wir von Intels PR Abteilung gebeten, die Logos wieder zu entfernen, da diese noch nicht offiziell waren. Am 3. Januar präsentierte der Halbleitergigant dann offiziell sein neues Logo und mit "Leap Ahead", was übersetzt „Spring nach vorne“ bedeutet, auch den neuen Slogan, welcher nach knapp 15 Jahren "Intel inside" ablöste.

Apple vollzog im Januar den angekündigten Wechsel von der PowerPC zur x86-Architektur und präsentierte einen neuen iMac und ein Mac Book Pro mit Intels neuem Core Duo Prozessor. Gleichzeitig zum Start der neuen Architektur war auch Appels Mac OS X und sämtliche Appelanwendungen als Universal Binary vorhanden und konnten damit nativ auf Intels neuem Prozessor ausgeführt werden. Dank dem Rosetta-Emulator konnten auch Anwendungen, welche noch für den PowerPC vorgesehen waren ohne Probleme auf dem x86-System gestartet werden. Apple zeigte dies an der Keynote mit dem Office von Microsoft. Apple brauchte gerade mal 9 Monate um seine gesamte Produktlinie von PPC auf x86 umzustellen und dies ohne grosse Probleme.

AMD, 2006 insgesamt im Aufschwung, konnte ein überraschend gutes letztes Quartal ausweisen. So wuchs der Umsatz um 45 Prozent auf 1,84 Milliarden US-Dollar. Der Hauptgrund für das stetige Umsatzwachstum war im Enterprisesegment zu suchen, denn dort konnte sich die Nummer 2 im Markt erfolgreich gegen Intel behaupten und satte Marktanteile einstreichen. Im Kampf um Anteile im Desktop- und Server-Segment war AMD sowohl bei der Leistung als auch bei der Leistungsaufnahme teilweise deutlich im Vorteil. Ein Nachteil für weiteres Umsatzwachstum waren die geringen Fertigungskapazitäten und so konnte der Hersteller vor allem die kleineren Prozessor-Modelle nicht in ausreichenden Stückzahlen ausliefern, was OEM-Partner verärgerte. Im April begann die Produktion von AMD64-Prozessoren beim chinesischen Halbleiterhersteller Chartered Semiconductor, was die Verfügbarkeit verbesserte, jedoch nach wie vor ein Problem von AMD bleibt, welche zum Jahresende abermals mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Im Sommer kursierte ein hochexplosives Gerücht: Will AMD den kanadischen Grafikexperten ATI kaufen? Ein Gerücht, welches für viel Gesprächsstoff sorgte. Meistens ist an Gerüchten was dran, so auch in diesem Fall: AMD gab am 24. Juli bekannt, dass ATI für 5,4 Milliarden US-Dollar übernommen wurde, was natürlich Auswirkungen auf die Produkt-Roadmap des Chipsatzherstellers hatte. So wurde dann auch bekannt, dass künftige Chipsätze für Intelplattformen aus der Roadmap gestrichen werden – als Gründe spekulierte man über Lizenzen, die Intel wohl nicht mehr erneuern würde. Ebenfalls kursierte plötzlich in diversen Foren das Gerücht, dass sich nun Intel NVIDIA einverleiben würde, was sich aber als Ente herausstellte. Keine Ente war hingegen die Tatsache, dass Intel sein Grafikteam verstärkte und im August Stellenangebote auf der Webseite schaltete um Ingenieure anzuheuern. So sollen dann auch rund 100 Mitarbeiter von 3DLabs bei Intel eingestellt worden sein.

Absolut ungewollt sorgte Sony für Schlagzeilen, die dem Firmenimage nicht eben zuträglich war. So meldeten Reihenweise die Notebookhersteller den Rückruf ihrer Akkus, weil vermehrt von brennenden Notebooks die Rede war. Dies ging teilweise so weit, dass Fluglinien den Betrieb von portablen Geräten in der Luft verboten. Sony startete im September dann eine weltweite Rückrufaktion, welche für den Hersteller gravierende finanzielle Einbußen zur Folge hatte. Überhaupt war Sony 2005 häufig in den Schlagzeilen: so verschob sich z.B. die Markteinführung der Playstation 3 immer weiter gegen Ende des Jahres – fehlende Blu-ray Spezifikationen waren scheinbar die Ursache – aber Fälscher machten es dem Hersteller nicht leicht.



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