AMD 690

Intro

Seit der Übernahme ATIs durch AMD hat sich an der Produktfront wenig getan. Lediglich die Umbennung der Radeon Xpress 3200 Chipsatzes in AMD RD580 war sichtbares Zeichen der Entwicklung, die ein Verschieben der bisherigen ATI-Chipsätze unter das Dach der AMD-Marke mit sich bringen sollte. Mit dem heutigen Tag präsentiert AMD nun also mit dem AMD 690 den ersten Chipsatz, der von Beginn an unter AMDs Fahne segelt. Dabei kann der Neuankömmling seine kanadische Herkunft aber nicht verleugnen. Die neue Northbridge wird von der noch als ATI-Produkt gelaunchten SB600 begleitet.

Der AMD690 Chipsatz ist nun also AMDs Referenzplattform für die eigenen Athlon 64-Prozessoren im Sockel AM2 und wird diese wohl begleiten, bis die ihnen zugrunde liegende Architektur im 2. Halbjahr durch den Nachfolger ersetzt wird - AMD nannte sie auf einer der jüngsten Pressekonferen "K10" (vermutlich weil nicht wenige Mainboardhersteller den Namen K9 schon für AM2-Mainboards verbraten haben ;) ). Dann erwarten uns monolithisch hergestellte Quad-Core-Prozessoren und diverse Architekturverbesserungen. Doch das ist heute ja gar nicht unser Thema.

AMD 690

Wir wollen heute einen Blick auf den jüngsten Chipsatz für AMD-Prozessoren werfen. Als Referenzmuster stand uns ein ASUS M2A-VM Mainboard angetrieben von der G-Variante des AMD 690 Chipsatz mit integrierter Grafik zur Verfügung. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei AMD, von wo man uns mit den Referenzmustern ausstattete.

Der AMD 690 Chipsatz

Der AMD 690 Chipsatz zeigt sich in klassischer Zusammenstellung, bestehend aus North- und Southbridge. Erstere nennt sich RS690, zweitere ist die schon länger im Markt bekannte SB600. AMD bietet zwei Varianten der Northbridge an. In der Low-End Version Namens AMD 690V steckt eine Grafikeinheit mit dem Namen ATI Radeon X1200, die gehobene Variante 690G enthält eine Grafikeinheit namens ATI Radeon X1250, die sich durch ein Plus an Grafikleistung und einen integrieren HDMI-Transceiver auszeichnet.

AMD 690

Gerade dieser HDMI-Transceiver läßt aufhorchen, ist er doch Voraussetzung für eine vollständige Kompatibilität des Systems zu den Anforderungen der Filmindustrie und TV-Sender zur Wiedergabe hochaufgelösten Materials. In bisherigen Implementierungen, sei es nun integrierte oder diskrete Grafik, mußte vom Hersteller der Platine stets ein separater Chip (meist vom Marktführer Silicon Image) verlötet und eine Lizenz für den enthaltenen HDCP-Schlüssel bezahlt werden. Durch die Integration der notwendigen Logik in die Grafikeinheit des Chipsatzes vereinfacht sich der Einsatz für die Mainboardhersteller deutlich, so dass wir auf der AMD-Launchveranstaltung mehrere Mainboarddesigns bewundern konnten, die sich an hochauflösende Bildschirme anschließen ließen. Die Audioleitungen, die fürgewöhnlich in einer HDMI-Verbindung mitgeführt werden, greift der AMD 690G Chipsatz direkt intern über das HD-Audio-Device von der Southbridge ab. Dies hat zur Folge, dass über einen HDMI-Anschluß in der Revision 1.3 (sofern er denn vom Mainboardhersteller realisiert wird) auch die Wiedergabe der HD-Soundformate TrueHD und DTS-HD ohne Wandlung in einen PCM-Bitstrom direkt an einen entsprechenden Mehrkanalverstärker geleitet werden kann. Die integrierte Grafik unterstützt ATIs AVIVO Technologie für bildverbessernde Videodarstellung.

AMD 690



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