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Schon von den Vorgängerchipsätzen bekannt ist die Funktion, dass sich die integrierte Grafik und eine zugesteckte diskrete Grafikeinheit parallel benutzen lassen, um einen Mehrbildschirmbetrieb mit bis zu vier Monitoren herzustellen. Die integrierte Grafikeinheit bietet dazu zwei unabhängige Videoausgänge, die die Mainboardhersteller wahlweise als HDMI, DVI und/oder Sub-D ausführen können. Im Rahmen unserer Tests funktionierte dies sowohl mit ATI- als auch NVIDIA-Grafikkarten. Handlicher ist selbstverständlich die Lösung mit einer ATI-Karte, da die Verwaltung der Ausgänge dann innerhalb des Catalyst Control Centers auf einen Blick möglich ist. Die Leistungsfähigkeit der integrierten Grafik liegt in etwa auf Höhe eines X700-Modells, womit für Gelegenheitsspieler und Windows Vista ausreichend Performance vorhanden sein dürfte. Eine High-End Grafikkarte kann und soll eine solche Lösung natürlich nicht ersetzen, dafür bietet sie aber einen Full-Lenght PCIe x16 Slot sowie vier weitere PCIe Lanes. AMD hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass die integrierte Grafik die selben Grafiktreiber wie die diskreten Grafikkarten nutzt, so dass Inkompatibilitäten wie beim Intel G965 nicht vorkommen sollen. Die Kommunikation zum Prozessor erfolgt im bekannten HyperTransport Protokoll, entgegen früherer Gerüchte aber noch nicht in der kommenden Revision 3.0.
In der SB600 werden inzwischen übliche zehn USB2.0-Ports sowie vier Serial ATA und ein IDE-Port geboten, ebenso bis zu fünf PCI-Ports, auch wenn heutzutage kaum mehr ein Mainboard diese Menge an Slots bietet. Der Chipsatz wird entgegen der sonst ATI-typischen TSMC-Präferenz vom Halbleiterunternehmen UMC in 80 nm Strukturbreiten gefertigt. Mitunter damit erklärt sich, dass sich die Abwärme des Chipsatzes in Grenzen hält, so dass kleine passive Kühlkörper zur Chipsatzkühlung ausreichen. Praktische ErfahrungenUnser Testmainboard in Form des ASUS M2A-VM trägt die G-Variante des AMD 690 und ist damit prinzipiell in der Lage über HDMI Signale auszugeben. Leider ist bei diesem Board die HDMI- und auch Komponenten-Video Ausgabe lediglich über eine Riser-Card möglich. Diese stand uns aber zum Testzeitpunkt nicht zur Verfügung, so dass wir dieses Feature keinem Test unterziehen konnten. Andere Hersteller integrieren den HDMI-Port dagegen ins I/O-Shield, wo unser Testmainboard einen DVI- und Sub-D Anschluss trägt. Wie im vorigen Kapitel bereits angedeutet, tragen AMD 690-Mainboards erfreulich kleine Northbridgekühler, so auch unser Testmainboard. Die Southbridge wird ebenfalls nur von einem flachen geriffelten Alu-Blech bedeckt.
Über die Performance des Chipsatzes konnten wir uns nur schwer ein Bild machen. So liegt das Board in den meisten Benchmarks im Rahmen der Messtoleranz über- oder unterhalb des MSI K9A Platinum, ausgestattet mit einem AMD RD580 aka ATI Radeon Xpress 3200. Allerdings zeigten einzelne Benchmarks (im Nämlichen 3D-Spiele und Sysmark) mehr oder weniger deutliche Einbrüche. Da das Board aber auch noch allgemeine Instabilitäten zeigte, führen wir diese Einbrüche nicht auf den Chipsatz, sondern auf den Vorseriencharakter des Mainboards zurück. Wir konnten im Verlaufe des Tests feststellen, dass manche Benchmarks beim Betrieb im DDR2-800 Modus reproduzierbar hängen blieben, andere nicht reproduzierbar. Eine Erhöhung der Speicherspannung führte zwar zu Besserung, nicht aber zum Verschwinden des Phänomens. Aufgrund dieser Tatsache verzichten wir hier darauf Benchmarkwerte aufzuführen - wir halten sie schlichtweg für nicht repräsentativ und werden sie zu späterer Zeit im Rahmen der Betrachtung von anderen Mainboards nachreichen. Die integrierte Grafik ließ sich problemlos in Betrieb nehmen, die Performance reichte für 3D-Spiele der letzten Generation aus, um sie mit bedächtig gewählten Detail- und Bildverbesserungseinstellungen in akzeptabler Qualität zu spielen. Für eine integrierte Grafik empfanden wir es insgesamt ganz ordentlich. Der Mehrschirmbetrieb funktioniert, auch im Zusammenspiel mit NVIDIA-Grafikkarten. Bei Nutzung einer ATI-Grafikkarte läßt sich die Anordnung der Bildschirme im Catalyst Control Center frei tauschen und verschieben. FazitAMDs - wenn auch zusammen mit der Grafikkarten-Abteilung teuer erkaufter - Wiedereinstieg ins Chipsatzgeschäft (die Älteren werden sich noch an Chipsätze wie den AMD 760 erinnern) erscheint uns auf einem guten Weg. Die große Anzahl an angekündigten Designs der großen wie auch der kleineren Mainboard-Hersteller (sogar der bisherige ATI-Chipsatz-Verweigerer Gigabyte hat ein AMD 690-Mainboard angekündigt) zeigt, dass sich die Branche durchaus einen Vorteil davon verspricht, nun wie auf Intel-Seite den Chipsatz und die CPU aus dem gleichen Hause zu bekommen. Auch wenn die Circuit-Designer immer noch die gleichen sind, wie zu Zeiten als die Produkte ATI-Namen trugen, ist wohl anzunehmen, dass ihnen eine größere Informationsfülle bezüglich Spezifikationen, internen Roadmaps und Validierungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Trotzdem sollte man nicht übersehen, dass es sich bei dem neuen Produkt nicht um ein neues Top-Range Produkt mit Crossfire-Support u.ä. handelt, sondern um einen Chipsatz mit besonderen multimedialen Fähigkeiten, die v.a. im OEM- und Business-Bereich ihren (umsatzträchtigen) Einsatzzweck finden werden. Sicher lassen sich diese Fähigkeiten aberauch in dem einen oder anderen selbstgebauten Home Theater System einsetzen. Um hier aber letztlich vollends erfolgreich zu sein, benötigt AMD auch wieder frischen Wind in seiner Prozessorpalette, um Intel mit den derzeit eindrucksvoll performanten Prozessoren nicht mehr nur über den Preis Paroli bieten zu können. Im Zusammenhang mit diesem Launch konnte man bereits erkennen, dass AMD nun ebenfalls zu einer Plattformstrategie tendiert, die Referenzplattformen für Mainboard- und auch Notebookdesigns beinhaltet. Auch entsprechende Logokombinationen auf den Geräten sind angedacht. Wirklich bedeutsam wird dies aber wohl erst, wenn demnächst die Mobil-Varianten der 690-Serie verfügbar werden und von den Notebookherstellern umgesetzt werden. Gerade NVIDIA wird sich hier neu positionieren müssen, will man die naheliegende Bündelung aus Chipsatz, CPU und Grafik beeinflussen. [tm], 28.02.2007 |
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