AMD AM2-Prozessorroundup

Intro

Vor etwas über einem Jahr hat AMD seine Prozessoren auf einen neuen Sockel und damit auf eine neue Speichertechnik umgestellt. Seit AMD mit den Athlon 64 Prozessoren den Speichercontroller im Prozessor integrierte, ist der Wechsel auf einen neuen Speicherstandard nicht mehr so simpel , denn der im Prozessor enthaltene Controller muss einem solchen Standard angepasst werden. AMD arbeitet seit diesem Zeitpunkt des Wechsels nun mit DDR2-Speichern, welche in Hauptplatinen doch schon vor knapp drei Jahren das Licht der Welt erblickten. Final hat sich DDR2-Speicher 2006 durchaus als gängiger Standard etabliert, nicht zuletzt, weil im Laufe der Jahre Plattformen angepasst wurden, Performance-Standards erhöht und sich eben der Preis zum Vorgänger-Standard angepasst hat.

Eher zögernd hat die AMD-Fangemeinde die neue AM2-Plattform angenommen, nicht zwingend weil DDR2-Speicher so teuer ist, sondern eher, dass der gesamte Wechsel, aus Mainboard, CPU und Speicher so teuer zu stehen kam. Die Fangemeinde des texanischen Herstellers war in Vorjahren meist günstige Produkte in Verbindung mit günstigen Konstellationen gewohnt. Doch AMDs Prozessoren sind 2005 und 2006 an die Spitze der Leistungsgaranten geschnellt – ebenso die Preise. Und eben die Preisgestaltung ist es, welche die Geschwindigkeit der breiten Umsetzung neuer Technologien ausmacht. Inzwischen zeichnet sich im Prozessormarkt ein harter Kampf – in erster Linie bei der Leistung und in Folge bei der Preisgestaltung ab. Intel hat 2006 der Prozessorschmiede AMD mit seinen Core 2 Prozessoren deutlich zugesetzt und diese in derbe Preiskämpfe verwickelt. Plötzlich waren alle Marketingparolen AMDs auf Seiten des Mitbewerbers, sei es eben die Leistungsaufnahme oder eben die Leistung an sich.


AMD AM2-Prozessorroundup


Trotz schwindender Gewinne konterte AMD 2007 mit massiven Preissenkungen Schlussendlich bekommt der AMD-Interessent nun in verschiedenen Bereichen die erwünschte Leistung zu fast 50% des ehemaligen Preises. AMD besinnt sich – gezwungenermaßen – auf frühere Argumente, die im Preis-/Leistungsverhältnis angesiedelt waren und versucht damit den Markt aufzumischen. Und die Preisliste ist wirklich attraktiv. Das absolute AM2-Top-Modell wird zurzeit mit lediglich 241 US-Dollar Großhandelspreis gelistet.

Aus diversen Gründen haben sich die HT4U bislang nicht ausreichend mit der Thematik AM2-Prozessoren befassen können. Das ändern wir heute mit diesem sehr breit angelegten Artikel. Dabei werden wir selbstverständlich das gerade angeschnittene Thema der Preisgestaltung berücksichtigen, ebenso wie die Leistungsfähigkeit aller derzeit offiziell von AMD geführten AM2-Prozessoren. Doch die Leistungsfähigkeit hat durchaus auch Erklärungsbedarf. Sie richtet sich – durch die Architektur – nicht mehr ausschließlich nach Prozessortakt, sondern auch nach dem zum Einsatz kommenden Speicher. Und auch diese Konstellation hat ihre Tücken. Gleichfalls wollen wir die Leistung der mehr und mehr im Markt erscheinenden AM2-65nm-Prozessoren beleuchten, werden einen Blick auf Latenzen (sei es Controller oder Speicher) werfen und selbstverständlich werden wir die Prozessor-Leistungsaufnahme – eine ehemalige Domain des Herstellers und ein Marketinginstrument – beleuchten.

Aus alle dem wird sich schlussendlich ein Bild aus derzeitiger Top-CPU-Leistung zeichnen lassen und auch ein Preis-/Leistungsvergleich zu allen aktuellen Intel-Prozessoren darstellen – denn diese fehlen in diesem Test ebenfalls nicht. Vor Wochen starteten wir mit den Tests zu diesem Mammut-Projekt und erst heute sind wir in der Lage Ergebnisse zu zeichnen. Insgesamt 21 Prozessoren der aktuellen AMD- und Intel-Preislisten werden sich messen und schlussendlich, wie wir hoffen, dem Leser und Käufer einen Aufschluss darüber geben, was es sich zu kaufen lohnt oder nicht.



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