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CeBIT 2007

CeBIT 2007



Nach kontinuierlichen Verlusten bei Ausstellern und Besuchern seit dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 klingt die letzte CeBIT, wie wir sie kannten — zumindest nach den Vorstellungen der Messeleitung — langsam aus. Wie jedes Jahr wollen wir mit diesem Artikel auch heuer wieder die wichtigsten Dinge zusammenfassen — dieses Jahr in Form einer großen Bilderstrecke aus der Welt der Hardware. Auf den folgenden Seiten stellen wir die Impressionen, von Intels 3Series-Chipsätzen über aktuelle Grafiklösungen bis hin zu Zubehör im Bild vor.

Schon im Vorfeld der Messe war klar, dass es auch dieses Jahr keinen allüberstrahlenden Kracher geben wird. Alles Neue wurde und wird schon mehrere Wochen im Voraus medienwirksam kommuniziert und in diversen Previews landauf, landab gezeigt. Wer nicht früh genug die Werbetrommel rührt, verpasst den Medienanschluß, so die Schlussfolgerung der Hersteller. Auf der anderen Seite werden Neuerungen wie die NVIDIA-Grafikchips der 8300- und 8600-Serie zurückgehalten und erst ein paar Wochen später eingeführt. Diese waren aber ohne Namen zumindest punktuell schon zu bestaunen. Es muss gute Gründe geben diese sich bietende Gelegenheit verstreichen zu lassen. Intel, die sowohl die Mobilplattform "Santa Rosa" als auch die Chipsätze der 3Series ebenfalls erst in einigen Wochen bzw. Monaten offiziell auf dem Markt bringen, zeigte sich dagegen wenigstens kommunikativ offen, so dass man sowohl offizielle Informationen als auch Serienprodukte der Mainboardhersteller zu sehen bekam.

Auf anderer Seite wird dagegen sogar offiziell untersagt Besucher und Medien auch nur einen Blick auf ein Produkt zu gewähren, so geschehen mit einem Produkt aus dem Grafiksektor, dessen Namen wir — tun wir dem Hersteller doch einfach den Gefallen — an dieser Stelle nicht nennen. Nennen wir das Nicht-Produkt stellvertretend einmal mit einer beliebigen Buchstaben-Zahlenkombination, wie wäre es mit R600? ;)

Dabei war vielerorts auch ein lautes Murren über die Geschäftspraktiken der Messeleitung zu bemerken. Nicht wenige Stand-Mieter beklagten sich mehr oder weniger deutlich über die Unflexibilität, z.B. bei kurzfristigen Detailänderungen am Standkonzept und die immer noch unverschämten Preise der Messe.

Dazu kommt der alljährliche Kampf um Presseakkreditierungen. Jedes Jahr aufs Neue wird alteingesessenen (Online-)Journalisten mit meist sinnbefreiten und widersprüchlichen Argumenten die Presseakkreditierung verweigert. Dabei kommt jede Redaktion in den "Genuss" einer ganz eigenen Variante der Begründungen. Selbst Inhabern eines offiziellen Bundespresseausweises wird, weil sie für ein Online-Medium aktiv sind, in einzelnen Fällen am Eingang die Akkreditierung verweigert.

Im Gegenzug "verschenkt" die Messeleitung mehrere Zehntausend Eintrittskarten kurz vor Messebeginn. Die meisten dieser Tickets dürften in Händen von Endverbrauchern gelandet sein, die sich die Messe anschauen wollen und somit das überlaufene, weil ermäßigte, Wochenende vermeiden können. Böse Zungen munkeln, dass dies nur geschah, um zumindest den Zuschauerstrom auf dem Niveau des Vorjahrs zu halten. Aber widerspricht dies denn nicht doch der immer wieder propagierten "Businessmesse", auf der Fachbesucher und -gespräche im Vordergrund stehen sollten, um erfolgreiche Geschäftsabschlüsse für alle Beteiligten zu erreichen? Sollte es nicht eigentlich im Sinne der Messeleitung und der Aussteller sein, dass die Medien ausgiebig über das berichten können, was die Aussteller für viel Geld nach Hannover mitgebracht haben? Dazu passt die Pressemitteilung einer Kommunikationsagentur, die im Vorfeld der Messe eine Umfrage in der IT-Branche durchführte und dabei feststellte, dass "die deutsche Wirtschaft mit der Qualität der CeBIT nicht zufrieden" ist.

Diese Unzufriedenheit auf allen Seiten wird wenig dazu beitragen den Ausstellerschwund zu stoppen — im Gegenteil. Nicht nur einmal hörte man, dass man mit dem Gedanken spielt, die CeBIT nächstes Jahr links liegen zu lassen und stattdessen auf der Internationalen Funkausstellung, die latenten Gerüchten zufolge nächstes Jahr womöglich von September auf Mai vorgezogen wird, auszustellen.

Das Konzept der Messeleitung sieht vor, die CeBIT nächstes Jahr um einen Tag zu verkürzen, sie um zwei Wochen nach vorne zu ziehen und dienstags statt donnerstags zu beginnen. Die Messe dauert also nächstes Jahr vom 4.3. bis zum 9.3. Das sogenannte "Consumer-Wochenende" bildet damit den Abschluss der Messe statt in der Mitte zu liegen. Ob das ausreichen wird, um die CeBIT auch zukünftig als größte Messe der Welt im IT-Business zu behalten?

So viel zur Zukunft, kehren wir zurück zur Gegenwart: Vorhang auf!

[tm], [pg], [ch], [rl], 18. März 2007



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