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LG GBW H10N

Intro

Bereits für Juni 2006 wurde er angekündigt: Der erste Blu-Ray-Brenner von LG, der noch dazu - im Gegensatz zur Konkurrenz - gleich 4-fache Schreibgeschwindigkeit für einmal beschreibbare Blu-Ray-Disks anbietet.

Der Brenner zeigt sich als Allrounder, denn er schreibt auch CDs und DVDs, inklusive DVD-RAM. Vor allem bei CDs liegen die Geschwindigkeitsangaben hinter denen von aktuellen DVD-Brennern, denn DVD±R wird mit maximal 12fachem Tempo beschrieben, CD-RW gar nur mit 8x bzw. 10x.

Wesentlich interessanter ist natürlich, von welcher Qualität die gebrannten Medien sind. Für Blu-Ray-Medien steht uns leider kein entsprechendes Testequipment zur Verfügung, daher können wir in diesem Test, wie bisher, für CDs und DVDs Qualitätstests durchführen, nicht aber für Blu-Ray.

Der folgende Artikel soll daneben auch ein Kapitel enthalten, das sich mit dem Einsatzbereich von Blu-Ray Medien beschäftigt und einen Überblick über die Technik, die dahinter steht, bieten.

Wie üblich gilt unser Dank an dieser Stelle der Pressestelle von LG, von wo man uns das Testgerät zur Verfügung stellte.

LG GBW H10N



Qualität und die Jagd nach dem perfekten Brand

Das Testverfahren für CDs und DVDs ändert sich natürlich nicht wesentlich. Von den im Test verwendeten Rohlingsorten abgesehen läuft der Test genauso ab wie der des Plextor PX- 716A und des Asus DRW- 1608P. Im Review des Plextor PX- 716 ist auch eine ausführlichere Erklärung zur Interpretation der Qualitätstests zu finden.

Noch einmal kurz zusammengefasst sollte PIE nicht über 280 steigen, PIF sollte nicht über 4 steigen, wobei bei letzterem einzelne Spitzen höherer Werte nicht problematisch sind. Beta sollte zwischen -5% und +15% liegen, geringe Überschreitungen dieses Bereiches sind aber unproblematisch. Selbst mit Medien, deren Beta-Werte bei - 12% lagen, konnten wir keine Abspielprobleme feststellen. Problematisch sind dagegen dicht aufeinanderfolgende große Sprünge.

Für Blu-Ray-Medien stellen wir sicher, dass die geschriebenen Medien lesbar sind. An dieser Stelle möchten wir Verbatim für das Bereitstellen einiger BD-R und BD-RE danken.

Blu-Ray und HD-DVD

Bis zu 25 GB lassen sich auf einer Blu-Ray-Disk pro Schicht unterbringen, bis zu 15 GB pro Schicht auf einer HD-DVD. Die Notwendigkeit einer Kapazität deutlich über der einer DVD ergibt sich aus dem erhöhten Platzbedarf hochauflösender Filme. Bei einer Auflösung von 1920x 1080 (DVD: 720x 576) Bildpunkten in Vollbildern ( 1080p) kommt man mit den 9 GB einer DVD nicht mehr weit, auch nicht mit besseren Kompressionsverfahren wie MPEG4 AVC.

Werke wie die Special Editions der Herr der Ringe - Reihe wurden gar auf 2 DVDs für den Film ausgeliefert, was beim Anschauen zu einem sehr unerfreulichen Medienwechsel führte.

Die hohe Kapazität der Disks machte es notwendig, blaue Laser zum Abtasten oder Brennen der Medien zu konstruieren. Die hohen Kosten dieser Laser schlagen sich auch in den Kosten der Geräte nieder. Für einen Preis von über 700 Euro erwartet der Anwender andererseits ein funktionierendes Gerät, aber keines mit den üblichen Kinderkrankheiten, wie sie oft bei neu erschienenen DVD-Brennern anzutreffen waren.

Anders als bei der DVD stehen dem Verbraucher schon beim Start der neuen Formate geeignete Brenner zur Verfügung - Grund genug für die Filmindustrie, geeignete Maßnahmen zu treffen, Privatkopien so lange zu unterbinden, bis eine genauere Kontrolle über die Anzahl und Nutzbarkeit solcher Kopien möglich wird.

Dieser Plan ist nicht ganz aufgegangen: Schon Ende Dezember 2006 entdeckte ein aufmerksamer Nutzer, dass es Abspielsoftware gibt, die die Dekodierschlüssel ungeschützt im Speicher ablegt. Diese ungeschützt abgelegten Schlüssel konnten ausgelesen werden. Nun muss die Filmindustrie zukünftige HD-DVDs und Blu-Ray-Disks mit Kopierschutz von der Wiedergabe in diesem Player ausschließen.

LG GBW H10N

Abgesehen vom für die Nutzer ärgerlichen Formatwirrwar haben beide Formate immer wieder mit Prozeßfehlern und Pannen zu kämpfen, und die betreffen nicht nur die Verspätungen wegen der verzögerten Verabschiedung des Kopierschutzes AACS. Der in diesem Artikel betrachtete LG GBW-H 10N wurde bereits im Mai 2006 angekündigt, der Starttermin Juni 2006 erwies sich dann als zu optimistisch. Auch Sony musste einen angekündigten Blu-Ray-Player mehrfach verschieben. Dann zeichnete sich ein Engpaß bei blauen Lasern ab. Im Februar dieses Jahres schließlich stellte die HD-DVD-Fraktion fest, dass einige Filme, die auf HD-DVD angekündigt wurden, aufgrund eines Irrtums nur fälschlicherweise angekündigt worden waren. Dabei handelte es sich um "E.T.", "Der weiße Hai" und "Jurassic Park", die nun doch noch nicht auf HD-DVD erscheinen werden.

All das soll uns aber nicht weiter stören...



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