AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Prozessoren | 21.06.2008, 13:45
Ein großes AMD-Event in Warschau war zum Launch des AMD Phenom X4 angesetzt – geladen war auch HT4U.net, doch ergab es keinen Sinn, auf vorkonfigurierten Systemen Benchmarks zu starten, welche nicht vergleichbar sind. Deshalb startete AMD seinen Launch ohne unsere Beteiligung. Zu unserer Überraschung hielten die Tage nach dem Launch den CPU-Markt, aber auch den Aktienmarkt in heller Aufregung.

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Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass HT4U.net eine neue CPU-Generation erst so spät aufgreift, schließlich hatte AMD offiziell seine K10-Destop-Prozessoren schon am 19. November 2007 vorgestellt.

Gründe für den Wirbel gab es reichlich: Auf der einen Seite konnte der neue AMD-Phenom X4-Prozessor leistungstechnisch nicht halten, was alle Spekulanten zuvor eigentlich erwartet hatten. Das bezog sich ebenfalls auf die Leistungsaufnahme. Viel Schlimmer kam es für AMD, musste man doch einen Prozessor-Fehler bekannt geben, welcher eben nicht nur die neuen Desktop-Prozessoren betraf, sondern auch noch die bereits ausgelieferten Server-Prozessoren mit dem Codenamen Barcelona. Der eigentlich identische Kern für den Server-Bereich wurde von AMD schon früher vorgestellt und eingeführt. Vermutlich kamen eben auch aus dem Lager der Server-Anwender die Hinweise für AMD, welche den Fehler erst aufdeckten. Nichts desto trotz startete AMD die Vorstellung der K10-Desktop-Varianten und sorgte damit für ein eigenes Fiasko.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Die AMD-Aktien, welche bis dato noch im Bereich von über 11 Dollar notiert waren, gingen auf Grund der Fehler und auch gestoppten Auslieferungen im Serverbereich weiter in den Keller. Und aktuell kämpft sich die AMD-Aktie auf einem Niveau von 7,5 US-Dollar – immerhin, denn die 6-Dollar-Marke hatte man 2008 ebenfalls schon unterschritten.

Unsere ersten Berührungspunkte beim Test der neuen AMD-Phenom-X4-Prozessoren starteten bereits vor Monaten. Probleme in den Konfigurationen warfen uns, gebündelt mit anderen Arbeiten, immer wieder zurück. Final ist AMDs TLB-Bug, wie er genannt wurde, kein notwendiges bzw. interessantes Thema mehr. AMD geht seinem Alltagsgeschäft nach und über sechs Monate nach der offiziellen Vorstellung sind wir nun auch soweit unseren ersten Test der neuen Prozessoren abzuschließen und unser Fazit zu ziehen.

Dabei hatten die verstrichenen Monate natürlich Vor- und Nachteile. Die Vorteile zeigten sich einerseits darin, dass es weitere, neue und interessante AMD-Produkte gab, welche in den Test aufgenommen werden konnten, wie beispielsweise die TLB-bereinigten X4 9x50-Modelle, oder eben die Triple-Core X3-Prozessoren, die AMD nun auch am Start hat. Der Nachteil: sämtliche bisherigen Resultate aus den Tests waren umsonst. Neue BIOS-Versionen waren nötig, die neuen CPUs zu unterstützen. Aber nicht die Einpflegung der neuen Prozessoren in die BIOS-Versionen der Hersteller führten uns zurück an den Anfang, sondern vielmehr der Umstand, dass die alten Ergebnisse nun einfach nicht mehr reproduzierbar waren. Ein Phenom 9600 arbeitete plötzlich langsamer als zuvor.

Eine Odysee findet heute ihr Ende und der Kapitän des hin und her reisenden Schiffes ist durchaus dankbar darüber. Möglicherweise stellt sich nun endlich finaler Arbeitsbetrieb im Hause AMD ein, wobei dies nur umfangreiche Motherboard-Tests klären könnten, die wir definitiv vorerst schuldig bleiben. Wir werden im heutigen Test – da er den ersten praxisbezogenen Test auf HT4U.net darstellt – die Bereiche Technik und Praxis sehr tiefgehend beleuchten. Natürlich bleiben wir breit angelegte Vergleiche zum Mitbewerb nicht schuldig, erst gar nicht im Bereich Leistungsaufnahme.

Wir danken AMD Deutschland für die bereitgestellten Testmuster, aber auch für die Geduld, die wohl erforderlich war, auf Grund unserer hartnäckigen Rückfragen.

 



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