AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Prozessoren | 21.06.2008, 13:45 | Seite 14


Praxis: Allgemein



Wie wir eingangs bereits erwähnten, begann unser Test bereits vor Monaten und wir erlebten viele Rückschläge. Diese waren seinerzeit mitunter durch Probleme im stabilen Betrieb bedingt, vielfach sicherlich auch auf BIOS-Versionen zurückzuführen.

Die ehemalige Referenzplatine für AM2-Prozessoren erhielt kein BIOS-Update für AM2+-Prozessoren, die Speicherkompatibilität war mäßig, Antworten auf unsere Rückfragen erfolgten schleppend. Auch der Wechsel auf eine andere Hauptplatine brachte nur wenig Linderung und wir flashten das Motherboard BIOS nicht selten. Und so zog sich ein im Vorfeld als einfach eingeschätzter CPU-Test hin. Inzwischen sind allerdings Monate vergangen, Triple-Core-CPUs sind erhältlich und auch die fehlerbereinigten X4-Prozessoren im B3-Stepping.

Dummerweise benötigte die Testplatine hierfür ein BIOS-Update zur Erkennung der neuen CPUs, und dummerweise warf uns dieses Update abermals deutlich zurück. Nicht nur, dass bislang kompatibler Speicher nicht mehr mit dem System arbeiten wollte, auch die Systemperformance war zur vorangegangenen Konstellation eingebrochen, weshalb wir unsere Benchmarks alle wiederholen mussten, statt sie lediglich zu ergänzen.

Nachdem die Phenom-CPUs nun seit November 2007 am Markt waren, waren wir damit durchaus höchst überrascht über die noch immer vorherrschenden Speicher-Kompatibilitätsprobleme, welche durch BIOS-Updates also nicht gelindert, sondern verstärkt wurden. Ein handelsüblicher A-Data-Speicher ließ sich nach dem BIOS-Update plötzlich nicht mehr mit 4-4-4-15 Latenzen betreiben und auch ein DDR2-1066 Corsair-Modell wollte sich auf Biegen und Brechen nun nicht mehr mit dem System stabil betreiben lassen. Auch mit OCZ DDR2-1066 Modulen erlebten wir unsere Überraschungen. Manuell konfiguriert war ein Systemstart unmöglich, per EPP-Betrieb erlaubte das BIOS eine Arbeit mit den Speichern und das obgleich manuell zuvor die identischen Settings scheiterten.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test







Die hier vorgesehenen 2,2 Volt lagen dabei real lediglich mit 2,18 Volt an. Man sollte also annehmen, dass es durchaus ausreichend sein sollte, manuell 2,2 Volt Spannung für den Speicher anzuwählen – ungeachtet des Umstandes, dass AMD eigentlich überhaupt nicht solch hohe Speicherspannungen erwartet.

Dazu wollen wir noch erwähnen, dass es im Web bislang technisch unbelegte Gerüchte gibt, dass der Speichercontroller des Phenom dauerhaft nicht mit solch hohen Speicherspannungen von 2,2 Volt oder höher arbeiten kann. Es soll dabei zu Prozessordefekten kommen. In unseren Tests, welche schlussendlich mit diesen Spannungen vorgenommen werden mussten, konnten wir keinen CPU-Ausfall beobachten.

Sonstige Systeminstabilitäten beobachten wir ansonsten nur dann, wenn wir zwei systemnahe Utilities wie beispielsweise CPU-Z und AMD Overdrive gleichzeitig starteten. In diesem Falle fror das System ein, was wir allerdings auch auf den Phenom-CPUs im B3-Stepping beobachten konnten.

Es scheint an diesem Punkt für Systemeigenbauer wohl der Hinweis angebracht, dass man tunlichst darauf achten sollte, dass ein aufmerksames Auge auf die Konstellation Mainboard und zum Einsatz kommender Speicher beim Einsatz eines Phenom geachtet werden sollte. Evtl. sollte man die Webseite des Mainboard-Herstellers zuvor konsultieren und prüfen, ob sich dort eine Liste mit freigegebenen Speichern findet.