AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Prozessoren | 21.06.2008, 13:45 | Seite 29


Fazit



Unser Test hielt durchaus einige Überraschungen für uns bereit und das in vielen Bereichen. Die Temperaturentwicklung der Phenom X4-Modelle zeigte sich, inkl. der Leistungsaufnahme, durchaus in Höchstbereichen. Mit Standardkühlern ist eine leise Kühlung absolut nicht möglich und selbst der recht leistungsfähige OCZ-Vendetta musste schon stark pusten, um die "schnelleren" Phenom X4 Modelle in Schach zu halten. Ebenfalls bei der Leistungsaufnahme belegen die X4-Prozessoren die oberen Plätze – Energiehunger steht AMD eigentlich nicht zu Gesicht und passt nicht ins Marketing. Deutlich besser macht da der Triple-Core Phenom X3 seinen Job – eben bezogen auf die beiden zuvor genannten Kriterien. Kühlverhalten und Leistungsaufnahme zeigen sich deutlich besser, die Performance leidet natürlich.

Im Bereich Performance gab es ebenfalls nicht wenige Überraschungen. Ein Intel Core 2 Quad ist weiterhin in der Fülle der Benchmarks Leistungsfähiger als ein Phenom X4 9850 mit 2,5 GHz Takt. Und ein um Cache reduzierter Core 2 Quad mit lediglich 2,5 GHz Takt brauchte im Benchmarkvergleich einen Phenom auf 3 GHz übertaktet, damit AMD in diesem Vergleich als knapper Sieger hervorgeht.

Dabei startet ein Phenom 9850 aktuell im Preissegment von rund 170 Euro, der Phenom X3 8750 bei runden 137 Euro. Die beiden genannten Intel Quad-Core-Prozessoren Q6600 und Q9300 liegen dabei bei Einstiegspreisen von 133 Euro, bzw. 188 Euro.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Damit stellt sich natürlich aktuell schon die Frage nach der Sinnigkeit des Phenom X3 8750, welcher praktisch im identischen Preissegment liegt wie ein Q6600 von Intel und diesen natürlich im Segment Performance nicht schlagen kann.

Im Test trübte die durchaus diffizile Speicherkompatibilität, sicherlich durchaus mit verursacht durch BIOS-Versionen, das Bild doch sehr. Nach so vielen Monaten am Markt hätten wir eigentlich nicht mit solchen Problemen gerechnet.

Zusammenfassend muss man schlicht erkennen, dass AMD aktuell den Anschluss an Intels Core 2-Prozessoren noch immer nicht geschafft hat, sei es nun im Bereich Performance oder im Bereich Leistungsaufnahme. Die weiter verstärkt am Markt erscheinenden 45nm-CPUs des Mitbewerbers unterstreichen dies noch deutlicher. Es hat also wirklich den Eindruck, dass AMD erst durch einen Die-Shrink die Problembereiche Leistungsaufnahme und Taktraten in den Griff bekommen kann. Zwar scheinen die aktuellen Phenom-Prozessoren bereits Potential zu Taktraten von 2,7 oder 2,8 GHz zu besitzen, allerdings kann AMD offenbar dann die derzeitige Grenze von 125 Watt TDP nicht mehr halten.

Und dass 125 Watt TDP eines Phenom ganz offensichtlich nicht vergleichbar mit den 125 Watt TDP eines aussterbenden Athlon 64 6400+ gleichzusetzen ist, zeigte dieser Test ebenfalls.

[pg], [tm], 23.6.2008
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