AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Prozessoren | 21.06.2008, 13:45 | Seite 5


Phenoms Speichercontroller: Taktraten



Neuerungen zur bisherigen Athlon-64-Technologie finden sich bei den integrierten Speichercontrollern, wie wir im Kapitel voran bereits angedeutet haben. Eine sicherlich wesentliche Neuerung ist der Umstand, dass die Speichertaktrate nun nicht mehr anhand eines vom CPU-Takt abhängigen Multiplikators ermittelt wird.

Bislang hatte diese Vorgehensweise bei den Athlon-64-Prozessoren den unangenehmen Nebeneffekt, dass der Speicher oftmals unterhalb seiner Taktraten und damit unterhalb seiner Performance betrieben wurde. Ein Beispiel zur Verdeutlichung anhand des X2 4400+:

2300 MHz CPU-Takt / 400 MHz Speichertakt = Teiler 5,75

Allerdings kann der Athlon 64 X2 eben nach wie vor hier nur mit "ganzen Teilern" arbeiten. Damit bleiben in dieser Konstellation von 5,75 nur die Möglichkeiten 5 oder 6.
Damit ergeben sich:

2300 MHz CPU-Takt / 5 = Speichertakt 460 MHz (real) = DDR2-920

oder

2300 MHz CPU-Takt / 6 = Speichertakt 383,33 MHz (real) = DDR-767


Da es keinen DDR2-920-Standard gibt und auch AMD es zwingend vermeiden muss, ein (instabiles) übertaktetes System zu verkaufen, so wählt man in diesem Fall den treffenderen Teiler von 6. Daraus ergibt sich eben aber nur ein DDR2-Takt von 767, statt 800, mit welchem der Speicher eigentlich spezifiziert wurde.

Dieses Problem hat AMD bei den Speichercontrollern der K10-Prozessoren beseitigt, indem man sich nun zur Ermittlung des Speichertaktes am Referenztakt des Prozessors orientiert.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Damit kommt – natürlich immer vorausgesetzt der Referenztakt des Motherboards ist exakt auf 200 MHz eingestellt – auch die korrekte Speichertaktrate zur Anwendung. In vorstehendem Beispiel hatten wir einen DDR2-1066 Speicher eingesetzt, welcher real mit 533 MHz taktet. Da der Referenztakt der Hauptplatine von Hause aus (wie so oft) etwas höher eingestellt ist, wird der Speicher hier mit 535,8 MHz Takt real betrieben.

Allerdings geht aus unserem Beispiel auch eine weitere Neuerung hervor, denn bislang wurde seitens der K8-Prozessoren auf Sockel AM2 offiziell nur ein maximaler DDR2-Takt von 400 MHz, damit also DDR2-800 unterstützt. Die Phenom-Prozessoren sind in der Lage offiziell auch DDR2-1066 Module zu unterstützen, jedoch mit Einschränkungen.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Wie der Bestückungstabelle von AMDs Speichercontrollern zu entnehmen ist, kann der Phenom offiziell maximal zwei doppelseitige DDR2-1066 Speicher verwalten. Beim Einsatz mehrerer Speichermodule im System sehen die beiden Controller des K10 folgende Voraussetzungen vor:

1. Sämtliche Module im System, ungeachtet in welchem der Speicherkanäle sie sich befinden, müssen mit der gleichen Taktfrequenz arbeiten.

2. Es ist keine Mischbestückung zwischen gepufferten und ungepufferten Modulen möglich, ebenso wenig wie eine Mischung aus ECC- und nicht ECC-DIMMs.