AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Prozessoren | 21.06.2008, 13:45 | Seite 9


Cool'n'Quiet 2



Mit Sicherheit darf man sagen, dass AMD mit Einführung der Cool’n’Quiet Technologie bei Desktop-Prozessoren massiv dazu beigetragen, dass Energieeffizienz im Computerbereich inzwischen ein wichtiger Begriff wurde. Vom Marketing aufgegriffen führte dieser Schritt von den Köpfen der Testredaktionen bis hin zum Endkunden zu einer Sensibilisierung, was Energiebedarf bei Prozessoren betrifft.

Für die neuen Energiesparfunktionen – genannt Cool'n'Quiet 2 – hat sich AMD fünf marketing-kompatible Begriffe einfallen lassen. Diese lauten:


  • Independent Dynamic Core Technology

  • Dual Dynamic Power Management

  • AMD CoolCore™ Technology

  • AMD Wideband Frequency Control

  • Multi-Point Thermal Control



Darunter ist zu verstehen, dass das K10-Design die P-States für jeden Kern separat, je nach Auslastung, regeln kann. Die Cores können also unabhängig voneinander den Arbeitstakt und damit den Energieverbrauch an die Arbeitslast anpassen.

Das gleiche gilt für die Versorgungsspannung der einzelnen Prozessorkerne und des Speichercontrollers. Teile der Rechenkerne können vollständig dynamisch an- und abgeschaltet werden. Hierfür kommt aggressives Clock-Gating zum Einsatz, womit die Versorgungsleitungen für ganze Funktionsblöcke – reichend von einzelnen Flipflops bis hin zu ganzen Makroblöcken wie FPUs – abgetrennt werden und damit Energie gespart wird. Damit stellt AMD sicher, dass auch die Quad-Cores ohne Verkleinerung der Strukturen unter 65 nm noch in das gewohnte TDP-Raster von 95 (2,2 und 2,3 GHz) bzw. 125 Watt (2,4 GHz) passen.

Dass dies aktuell aber offenbar nicht auszureichen scheint, sieht man daran, dass AMD einen schnelleren Phenom als den 9850 mit 2,5 GHz Takt zurückhält, denn ein evtl. erwarteter Phenom 9950 mit 2,6 GHz Takt soll in derzeitiger 65 nm-Fertigung bereits eine TDP von 140 Watt besitzen.

Mittels des AMD Utility Overdrive lassen sich die unterschiedlichen Taktraten der Kerne ablesen, obgleich das Tool eigentlich als Übertaktungs- und Tweaking-Tool ausgelegt ist.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Beliebte Tools wie beispielsweise CPU-Z zeigen die unterschiedlichen Takt- oder gar Spannungsraten hierbei nicht an.

Bild: AMD-Phenom-X4-Prozessoren im Test

Wie man sicherlich anhand dieser Theorie vermuten kann, wirkt sich – je nach täglichem Lastzustand – CnQ 2 aber auch auf die Performance aus. Je nach Applikation kann es vorkommen, dass einer oder mehrere Kerne nicht schnell genug oder überhaupt nicht hochtakten und CnQ 2 selbst bestimmt, wie viel Rechenleistung der Anwender nun gerade haben möchte.

Wir haben darum auch zu diesem Punkt Benchmarks vorgenommen, welche wir im folgenden Kapitel präsentieren möchten.