AMD Radeon HD 3870 X2

Intro

Über ein Jahr ist es mittlerweile her, als NVIDIA mit der GeForce 8800 GTX seine erste GPU auf Basis des G80-Chip der Öffentlichkeit vorstellte und gespannt auf AMDs Gegenpart gewartet wurde. Mit reichlich Verspätung veröffentlichte AMD im Mai vergangenen Jahres dann sein neuestes High-End-Produkt. Die Radeon HD 2900XT mit R600-Chip konnte hierbei allerdings leistungstechnisch nicht mit NVIDIAs Flaggschiff mithalten und so positionierte AMD das neue Modell gegen die kleinere GeForce 8800 GTS (640). AMD überließ den Enthusiasten-Markt also gänzlich NVIDIA, die später sogar mit der GeForce 8800 Ultra – einer höher getakteten GTX-Version – nochmals nachlegten.

Aber auch in der aktuellen Radeon HD 3000-Serie fehlt bisweilen ein wahres Enthusiasten-Produkt. Dementsprechend mangelt es in diesem Prestige-Bereich ein wenig an Bewegung: Immer noch ist es die GeForce 8800 Ultra, welche die Performance-Krone trägt ohne das ein konkurrierendes Produkt aus dem Hause AMD in diesem Preisgefüge erhältlich ist. Aber all dies soll laut AMD mit dem heutigen Tage und der Vorstellung der Radeon HD 3870 X2 endgültig der Vergangenheit angehören.


AMD Radeon HD 3870 X2


Nach einer über einjährigen Abstinenz stellt die Radeon HD 3870 X2 also AMDs Rückkehr in den Grafikkarten-Enthusiasten-Bereich dar. Grundlage für dieses Unternehmen schafft hierbei ein Doppelgespann aus zwei – von der Radeon HD 3870 bekannten – RV670-Chips. Schenkt man der aktuellen Gerüchteküche Glauben, so wird auch NVIDIA mit der GeForce 9800 GX2 demnächst einen ähnlichen Weg einschlagen. Unterschiede in der Umsetzung wird es allerdings voraussichtlich durchaus geben. Während AMD auf zwei Chips auf einem einzelnen PCB (Print Circuit Board) setzt, scheint es bei NVIDIA auf ein Dual-PCB mit jeweils einem Chip hinauszulaufen. Gemeinsam haben beide Lösungen aber eine grundsätzliche Problematik: Die Performance von Multi-GPU-Lösungen steht und fällt mit dem Treiber.

Und gerade dies bereitete uns angesichts unserer vergangenen Erfahrungen etwas Bauchschmerzen. Erst kürzlich hatten wir die CrossFireX-Performance unter die Lupe genommen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass AMD hier noch einiges an Treiberarbeit zu verrichten hat. Ob und wie AMD dieses Problem rechtzeitig zum heutigen Launch in den Griff bekommen hat, ist natürlich wesentlicher Bestandteil dieses Artikels.

Aber eine Multi-GPU-Lösung bringt natürlich auch weitere Probleme mit sich. So gilt es letztendlich zwei High-End-Grafikchips mit ausreichend Energie zu versorgen. Und schlussendlich muss diese Energie natürlich auch in Form von Wärme wieder an die Umgebung abgegeben werden. Eine sicherlich alles andere als triviale Aufgabe bei der Realisierung der Kühllösung, möchte man der Kundschaft nicht gerade die Geräuschkulisse eines Staubsaugers zumuten. Viele Aspekte, die es also zu beleuchten gibt, was wir auf den kommenden Seiten in gewohnter Manier versuchen werden.

An dieser Stelle möchten wir den geneigten Leser allerdings nicht länger auf die Folter spannen. In diesem Sinne: Let´s Go!



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