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AMD Radeon HD 3870 X2

Alltagsbetrieb: Crossfire und Rendering

Anders als man es vielleicht vermuten könnte agiert die Radeon HD 3870 X2 in Puncto Installation wie eine normale Grafikkarte mit nur einer GPU. Entgegen einem Crossfire-Gespann aus zwei separaten Grafikkarten findet sich also im Falle dieser Dual-GPU-Lösung auch im Treiber keine Option für die Aktivierung bzw. Deaktivierung von Crossfire wieder. Der Treiber aktiviert Crossfire automatisch. Auf Nachfrage teilte uns AMD diesbezüglich mit, dass als Standard-Render-Modus generell der AFR-Modus (Alternate Frame Rendering) Verwendung findet.


AMD Radeon HD 3870 X2


Der AFR-Modus ist – zumindest zum aktuellen Zeitpunkt – der einzig in der Praxis (im Spielebereich) relevante Render-Modus für Multi-GPU-Lösungen. In dieser Betriebsart werden von jeder GPU jeweils komplette Bilder berechnet. Während eine GPU die geradzahligen Frames berechnet, rendert die andere GPU die ungeraden Frames. In der Vergangenheit wurde das Alternate Frame Rendering lediglich in von AMD als kompatibel eingestuften Spielen verwendet.

Wie bereits angedeutet, verfolgt AMD bei der Radeon HD 3870 X2 nun allerdings ein gänzlich konträres Konzept. Die Grundeinstellung lautet hier AFR und ist von einem Spiel bekannt, dass es nicht mit diesem Modus kompatibel ist, so wird schlichtweg lediglich eine der beiden GPUs für das Rendern benutzt. Die Render-Modi SuperTiling und Scissor finden laut AMD keine Verwendung. Grundsätzlich profitiert somit erst einmal jedes Spiel von dem Geschwindigkeitsvorteil von Crossfire, außer AMD sind Probleme mit dem jeweiligen Spiel bekannt. Jedoch hat der Anwender im Falle der Radeon 3870 X2 keinerlei Einfluss darauf, wie die Karte schlussendlich die Frames auf den Bildschirm bringt.

Und an diesem Punkt stellt sich unweigerlich die Frage: Was passiert wenn ein Spiel nicht oder nur unbefriedigend im Zusammenspiel mit AFR läuft? Genau diese Problematik durften wir mit dem aktuellen Shooter Timeshift erfahren, welchen wir für diesen Test neu in unserem Benchmark-Parcour aufnahmen. Das Spiel reagierte mit einer Flimmerorgie auf den Einsatz der Radeon HD 3870 X2, ähnlich einem TV-Gerät, das mit einer viel zu niedrigen Hz-Zahl betrieben wird. Auf einer normalen Radeon HD 3870 bereitete das Spiel hingegen keinerlei Probleme.

Da der Anwender keinerlei Einfluss auf die Crossfire-Konfiguration nehmen kann, muss man sich mit diesem Umstand abfinden. Dies ist natürlich eine alles andere als zufriedenstellende Tatsache bei einer High-End-Karte für rund 400 Euro. Optionen für ein Profil-Management, ähnlich wie es NVIDIA bei deren Multi-GPU-Interpretation SLI macht, wäre hier wünschenswert. Zumindest die Möglichkeit Crossfire im Problemfall deaktivieren zu können sollte man dem Anwender zugestehen.



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