AMD Radeon HD 4870 (Palit Radeon HD 4870) im Test

Grafikkarten | 03.07.2008, 16:31 | Seite 42


Fazit



Es bedarf keiner großen Worte hinsichtlich der Leistung. AMDs Radeon HD 4870 zeigt sich pfeilschnell. Wollte man eigentlich mit dieser Karte unmittelbar nur NVIDIAs 9800 GTX schlagen, stellt man mit einer solchen Aussage das eigene Licht doch unter den Scheffel. Nein, nicht nur die 9800 GTX hat im heutigen Vergleich nichts zu Lachen, auch die hauseigene HD 3870 X2 oder auch NVIDIAs ehemaliges Flaggschiff, die GeForce 8800 Ultra hinken nur allzu oft hinterher.

Und wenn man sich die Spitzenplätze im heutigen Testfeld ansiehst, so kommt die HD 4870 auch gerne mal der GeForce 9800 GX2 nahe, kann sie aber nicht final schlagen. Einer GTX 280 gibt man sich natürlich geschlagen und eben an diesem Punkt wundern jüngste Meldungen nicht, dass NVIDIA Preissenkungen bei seinen GeForce-Modellen beabsichtigt. Es gibt eben mehr als nur eine GeForce 9800 GX2 oder eine GTX 280. AMDs neue Konkurrenz ist einfach zu groß, betrachtet man sich breit den leistungsfähigen Mainstream und gehobenen Leistungsbereich.

Die aktuellen Preislistungen für eine AMD Radeon HD 4850 starten bei ca. 135 Euro, jene der HD 4870 ab ca. 200 Euro. Allerdings wird es hier bei der HD 4870 doch etwas kniffliger, denn die Verfügbarkeiten sind nicht immer bestens, in den letzten paar Tagen jedoch deutlich besser geworden. So findet man angeblich lieferbare HD 4870-Modelle ab etwa 210 Euro und diese Preisgestaltung, die muss NVIDIA erst einmal verkraften. Eigentlich hatte AMD hier auch ein Preisgefüge von etwa 299 Euro angezielt, doch mag den Kunden der rasche Preisverfall sicherlich gefallen.

Bei NVIDIA klafft aktuell eine Lücke. Da findet sich die GeForce 9800 GTX, welche schon ab ca. 170 Euro gelistet wird. Leistungsfähigere Auslaufmodelle einer GeForce 8800 Ultra werden noch immer zu utopischen Preisen gehandelt. Eine GeForce 9800 GX2 liegt bei Startpreisen von 347 Euro und das Flaggschiff, die GTX 280 kostet aktuell ca. 400 Euro. Dazwischen bleibt dann zurzeit bei NVIDIA noch die GeForce GTX 260, deren Test wir aktuell noch schuldig bleiben. Sie scheint wohl der passende, aktuelle Gegenspieler der HD 4870 zu sein und wird zu Preisen von ca. 260 Euro gehandelt.

Wie wir schon gegen Ende unseres HD 4850 Artikels prophezeiten, wird sich im Preisgefüge bei leistungsfähigen Grafikkarten in den kommenden Wochen einiges tun. Wir erwarten hier eine Preisschlacht, die NVIDIA nun aufnehmen muss. Bislang war AMD hier sehr lange im Zugzwang.

Bild: AMD Radeon HD 4870 (Palit Radeon HD 4870) im Test

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die deutlich gesteigerte Leistung zollt, wie wir deutlich aufgezeigt haben, ihren Tribut bei AMD. Man ist nicht mehr der „grüne Player“ und kann sich in keinster Weise mehr auf geringe Leistungsaufnahmen berufen. Dies wiegt im Vergleich teils schwerer, da AMD bereits in 55nm seine Radeons fertigt, NVIDIA in 65nm. Dazu kommt, dass AMD mit Takt- und Spannungsabsenkungen arbeitet und offenbar beides benötigt, um das Spitzenfeld in den Bereichen nicht alleine anzuführen. Man mag sich nicht allzu sehr über diesen Umstand wundern, denn Leistung benötigt auch leistungsfähige Rechenwerke und um eben diese hat AMD die neuen Karten nun ergänzt und muss im Segment Green-It aktuell kleine Brötchen backen, ist bei den Fans aber nun wieder der Stern am Himmel.

Bei der Lautstärke schlug sich die HD 4870 Kühlung durchaus gut im Vergleich mit den leistungsfähigen Modellen. Im Idle-Betrieb ist man flüsterleise, im Lastbetrieb zählt man noch nicht als Radaubruder – potential dazu hätte der Lüfter aber, wie wir zeigten. So kommt es im Ergebnis hier natürlich auf das entsprechende System an, in welchem eine HD 4870 ihr zuhause findet und in schlecht durchlüfteten Gehäusen, an heißen Sommertagen, könnte der Lüfter sicherlich im Lastbetrieb zeigen, was wirklich in ihm steckt.

Ein wenig verwundert waren wir über den sehr heiß werdenden Spannungswandler. Übertakter und Freunde von alternativen Kühllösungen sollten sich gerade in diesem einlesen um keine bösen Überraschungen erleben zu müssen.

[pg], 03. Juli 2008

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