Fazit
Betrachtet man rein die Performance, so muss man sagen, dass NVIDIA durchaus etwas Beachtenswertes geschafft hat. Die GeForce GTX 280 ist eigentlich durchweg schneller als die GeForce 9800 GX2. Wenn man bedenkt, dass diese dafür zwei Grafikprozessoren brauchte und nun mehr mit nur einer GPU erreichbar ist, dann heißt das etwas.
Die andere Seite der Medaille ist aber, dass das 512 Bit Speicherinterface, 240 Shader und die Einheiten darum herum ihren Preis in Form von Silizium fordern. Beinahe 600 mm² Chipfläche sind fertigungstechnisch Wahnsinn, da die Ausbeute exponenziell mit der Die-Fläche sinkt und damit die Kosten für jeden einzelnen Chip steigen. Eine weitere Entwicklung in diese Richtung ist nur schwer vorstellbar. Wir werden in ferner Zukunft sehen, was die dritte Generation bringt, vorher wird es aber erst noch einen Shrinking-Schritt geben. Bis dahin sollte sich auch die Thematik der Nutzung von Grafikkarten ausserhalb der grafischen Welt etabliert haben. NVIDIA ist hier sicher gut aufgestellt und wird die Etablierung weiter forcieren. Sinn macht die Idee hinter CUDA allemal.
Eine endgültige Einschätzung, wo die GeForce GTX 280 im Preis/Leistungsverhältnis einzusortieren ist, werden wir erst treffen können, wenn auch der Wettbewerber AMD seine nächste Leistungsstufe präsentiert hat, denn mit über 500 Euro befindet sich der NVIDIA-Neuling deutlich ausserhalb des Massenmarkts, eine GTX 260 mit etwas mehr als dem halben Preis kommt dem schon näher, ist aber derzeit noch nicht zu bekommen. Aber auch dieses GT200-Derivat werden wir uns in naher Zukunft näher betrachten - und zusammen mit den AMD-Neulingen wieder Euro für Euro vergleichen.

Über das heutige Testmodell bleibt zu sagen, dass MSI mit der N280GTX-T2D1G-Super OC ein wenig mehr bietet als NVIDIA ursprünglich vorgesehen hatte, doch sind übertaktete Versionen neu erschienener Grafikkarten inzwischen ja keine Überraschung mehr. Trotzdem bleibt MSI mit rund 530 Euro noch unter der unverbindlichen Preisempfehlung von NVIDIA.
Die Übertaktung bringt quer durch den Benchmarkparcours mal mehr, mal weniger Vorteil, so dass der Preisunterschied zu einer "normalen" Karte nicht zu hoch ausfallen sollte. Die nächsten Tage werden zeigen, wo sich die Preise einpendeln. Der Lieferumfang kann jedenfalls kein Kaufkriterium sein. MSI tut hier lediglich das Mindeste, echte Kaufanreize fehlen.
NVIDIA ist nun also da, AMD steht in den Startlöchern und wir werden sehen, wer zuerst den Markt mit Stückzahlen bedienen kann und was er dem Kunden an frames per second bietet. Es bleibt also auch weiterhin spannend, denn passend zur laufenden Euro 2008 gilt frei nach Sepp Herberger: Nach dem Launch ist vor dem Launch.





MSI N280GTX-T2D1G-Super OC (NVIDIA GeForce GTX 280)
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