AMD Puma (Fortsetzung)
Neben der unabhängigen Taktsteuerung der beiden Cores kann AMD beim Turion X2 Ultra auch die Spannungsversorgung der beiden Cores sowie der in der CPU integrierten Northbridge unabhängig betreiben. Das bedeutet, dass nicht mehr der bislang höchstbelastete Kern die Spannung der gesamten CPU definiert, sondern jeder Core bekommt vom Serial VID Interface immer die für seinen Betriebszustand ideale Spannung zugewiesen, was im Teillastbetrieb Einsparungen ergibt. Dieses Verhalten kennen wir bereits vom Desktop-Pendant Phenom.
Der HyperTransport 3.0, auch eine Entlehnung aus der K10-Architektur, kann ebenfalls dynamisch geregelt werden. Je nach Auslastung der I/O-Verbindung kann die CPU, separat für Up- und Downstream, die Bandbreite von zwei bis 16 Lanes regulieren oder die Verbindung auch komplett deaktivieren.

Die On-Die Northbridge wurde nach AMD-Angaben für Chipsatz-integrierte Grafiken optimiert. Es können mit dem an den Chipsatz angehängten Local Frame Buffer (Sideport Memory) somit statische Bildschirminhalte auf dem Bildschirm gehalten werden und die Cores trotzdem in den Tiefschlaf (C4-State) geschickt werden. Aber auch bei Nutzung des Hauptspeichers für die Bilddaten kann die Northbridge ohne die Prozessorkerne agieren. Liegt keine Arbeit an, wird der Arbeitstakt von der Northbridge - und auch anderen Prozessorteilen - getrennt (sog. Clock Gating).
Für die thermische Absicherung erhält jeder Rechencore zwei thermische Dioden mit integrierter Auswerteelektronik, so dass der System Mangement Bus direkt in die CPU geführt werden kann und der Mainboardhersteller einen separaten Chip einsparen kann. Neben dem bekannten PROCHOT-Signal ans System wird auch ein neues MEMHOT-Signal eingeführt, womit der CPU vom System signalisiert werden kann, wenn die thermischen Bedingungen des Arbeitsspeichers die Spezifikationen verlassen. Dies veranlasst die CPU die Speicherzugriffe zu entschärfen und damit die Belastung zu senken. Insgesamt, so hört man seitens AMD, sollen somit etwa 20% Energieverbrauch verglichen zu bisherigen Turion-Modellen eingespart werden können, obwohl die Fertigungstechnologie bei 65 nm bleibt - nachzuprüfen sind solche Aussagen natürlich schwer.
Chipsatzseitig kommt im AMD780-Chipsatz die DirectX10-fähige integrierte ATI-Grafik zum Einsatz, die man auch vom Desktop-780G kennt. Konsequenterweise heißt sie ebenfalls Radeon HD 3200. Doch bekanntermassen sind integrierte Grafiken nicht für Hochleistungs-Einsätze gedacht, sondern sollen möglichst wenig Energie konsumieren. Deshalb führt AMD eine "PowerXpress" genannte Technik ein, mit der zusätzlich ein weiterer externer (ATI-)Grafikchip eingesetzt werden kann, sofern dies vom Notebookhersteller gewünscht wird. Ein einheitliches Treibermodell sorgt dafür, dass zwischen den beiden Grafikeinheiten ohne Reboot bei Erhaltung des Bildschirminhalts umgeschaltet werden kann, z.B. bei der Trennung vom Stromnetz von der externen auf die interne Karte. Natürlich kann der Nutzer auch selbständig entscheiden, wann er welche Grafikeinheit nutzt. Interessant daran ist, dass AMD auf der Notebookplattform damit ein Feature anbietet, das es den architekturähnlichen Desktop-Produkten vorenthält, obwohl der Wettbewerb dies bereits anbietet.






MSI Megabook PR211 (AMD Puma Notebook)

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