AMD Phenom II im AM3-Sockel: X4 810 und X3 720 BE

Prozessoren | 09.02.2009, 06:01 | Seite 16

DDR2 vs DDR3 (Vorwort)



Eine weitere Betrachtung haben wir aus den gesamten Benchmarks heraus gesplittet und zwar die Gegenüberstellung von DDR2- zu DDR3-Speicher bei AMD-Prozessoren. Erstmals kann AMD nun auch durch den AM3-Prozessor mit DDR3-Speicher arbeiten.

AMD blieb uns – doch es überrascht auch nicht – vorerst Informationen zu Bestückungsmöglichkeiten des Speichercontrollers schuldig. Einzig die Information, dass DDR3-1333 offiziell unterstütz wird, ist aktuell bekannt. Wieviele Module und wieviele Chips der integrierte Speichercontroller dabei aber handhaben kann, das wird uns erst ein Datenblatt der CPU verraten können, welches AMD bislang noch nicht zur Verfügung gestellt hat. Man kann hoffen, dass Möglichkeiten nicht ganz so kläglich ausfallen, wie die offiziellen Spezifikationen dem DDR2-Controller bescheinigen.

Wie an anderer Stelle schon erläutert, sieht AMD aktuell keinen Bedarf zum Einsatz von DDR3-Speichern – zu teuer, wie der Hersteller meint. Zur Vorstellung der Phenom II X4 orakelte man allerdings noch, dass man von vier Prozent Leistungssteigerung durch den Einsatz von DDR3-1333 Speicher ausginge.

Bild: AMD Phenom II im AM3-Sockel: X4 810 und X3 720 BE

Wir sahen dies seinerzeit schon skeptisch. Durch den Einsatz der DDR3-Speichermodule steigert sich in erster Linie einmal die Speicherbandbreite, doch war und ist diese bei aktuellen Desktopprozessoren und üblichen Desktopanwendungen nicht entscheidend. Viel zu selten sind die Umstände in der Praxis, dass solch große Datenmengen aus dem Speicher oder über diesen befördert werden müssten, dass die Bandbreite limitieren könnte.

Viel entscheidender, wenn denn tatsächlich die CPU-Architekturen hinsichtlich vorausschauendem Lesen aus dem Speicher und Laden in die vorhandenen Caches versagen, die tatsächlichen Zugriffszeiten, mit welchen auf den Speicher zugegriffen werden kann und da mögen Marketingwirksame Begriffe wie DDR3-1333 oder -1600 gar über die absoluten Latenzen hinwegtäuschen. Darum haben wir nachstehende Tabelle noch einmal aus unseren letzten Testberichten zu DDR3-Speicher und DDR2-Speicher aufbereitet:

Speicherart Latenz I/O-Takt Zykluszeit [ns] absolute Latenz [ns]
DDR2-800 CL 5 400 MHz 2,5 12,5
DDR2-800 CL4 400 MHz 2,5 10.0
DDR2-1066 CL 6 533 MHz 1,9 11,4
DDR2-1066 CL 5 533 MHz 1,9 9,5
DDR2-1066 CL 4 533 MHz 1,9 7,6
- - - - -
DDR3-1066 CL 8 533 MHz 1,9 15,0
DDR3-1066 CL 7 533 MHz 1,9 13,1
DDR3-1066 CL 6 533 MHz 1,9 11,3
DDR3-1333 CL 9 667 MHz 1,5 13,5
DDR3-1333 CL 8 667 MHz 1,5 12,0
DDR3-1333 CL 7 667 MHz 1,5 10,5
DDR3-1600 CL 9 800 MHz 1,3 11,3
DDR3-1600 CL 8 800 MHz 1,3 10,0


Betrachten wir diese Tabelle und führen uns vor Augen, dass wir als DDR2-Speicher DDR2-1066 mit 5-5-5-18 Latenzen auf den Plattformen eingesetzt haben, so erkennt man schnell, dass es aktuell keine DDR3-Konstellation gibt, welche die dadurch anliegende, absolute Latenz von 9,5 ns unterbieten könnte.

AMD hat DDR3-1600-Speicher bislang nicht offiziell als unterstützt erwähnt. Da sich jedoch in den BIOS-Versionen von ASUS und Gigabyte entsprechende (zickige) Optionen wiederfanden, darf man unterstellen, dass der Speichercontroller durchaus entsprechende Teiler für solche Taktraten bereits vorhält. Allerdings war es uns – trotz einer recht großen Auswahl an Modulen – nicht möglich die Latenzzeiten im DDR3-1600 Betrieb unter CL9 zu senken.