AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

Prozessoren | 08.01.2009, 06:01
Nach einem eher schlechten, als rechten Start der K10-CPU-Serie im November 2007 macht sich AMD nun auf, mit einem überarbeiteten Prozessor in kleinerer Strukturbreite verlorene Desktop-Marktanteile zurück zu erobern. Nun heißt es, herauszufinden, ob der Phenom II das Zeug dazu hat.

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Ende 2005 schien die Welt für die Prozessor-Schmiede AMD noch in Ordnung. Die Athlon 64-Familie hatte es nach ihrer Einführung Ende 2003 durch permanente Weiterentwicklung geschafft den übermächtigen Mitbewerber praktisch in allen Desktop-Bereichen in die Schranken zu weißen. Vielmehr noch gelang es AMD auch im wichtigen Industrie-Sektor deutlich Fuß zu fassen. Athlon 64 sowie Opteron zählten auf allen Segmenten zu den Top-Leistungsprodukten.

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

Intel kündigte schließlich an, dass man Abstand von der Jagd nach dem höchsten Prozessortakt nehmen wollte und trug seine Netburst-Architektur zu Grabe. Man wollte sich neu orientieren und gerade auch im Bereich der immer weiter beachteten Energieeffizienz nicht länger das Schlusslicht bilden. Im März 2006 fiel der Startschuss zu Intels Core 2-Prozessoren und der Prozessorriese meldete sich mit leistungsfähigen und energieeffizienten CPUs im Markt zurück.

Bei AMD hieß es unterdessen auf den nächsten Schritt – die K10-Architektur – zu warten, welche aber immer wieder verschoben wurde. Unterdessen wirkte sich die Akquisition des Grafik- und Chipspezialisten ATI in Verbindung mit schrumpfenden Marktanteilen und Gewinnen höchst negativ auf die wirtschaftliche Lage von AMD aus. Im November 2007 sollte die in den Markt entlassene K10-Architektur in Form des Barcelona (Opteron) und des Agena (Phenom) neue Akzente setzen. Doch es kam anders als erwartet.

Die Prozessoren brachten nicht den erwarteten Erfolg. Die Leistungsfähigkeit der ersten nativen Quad-Cores von AMD, aber auch die Leistungsaufnahme entsprachen offenbar nicht dem, was der Markt vom "grünen Hersteller" erwartet hatte. Ein Prozessor-Fehler in früher CPU-Generation bewirkte sein übriges.

Das alles könnte von heute an Schnee von gestern sein. Im Bereich der Server-Prozessoren hat AMD bereits Ende letzten Jahres seinen Shanghai-Kern in den Markt geschickt – durchaus mit Erfolg. Hier und heute ist nun der Zeitpunkt für den Hersteller gekommen, unter dem Namen Phenom II seinen neuen, überarbeiteten und in kleinerer Fertigung produzierten Deneb-Prozessor vorzustellen, welcher ebenfalls im Desktop-Bereich für frischen Wind sorgen soll.

Wir werden auf den folgenden Seiten versuchen, sowohl den technischen Teil der Architektur des neuen Phenom II bis zu Cool'n'Quiet als auch den praktischen Part mit Messungen zu Performance, Lautstärke und Leistungsaufnahme zu beleuchten.