Speichertakt-Vergleich
Schon häufiger haben wir in der Vergangenheit die Frage beleuchtet, welche Vor- bzw. Nachteile in der Verwendung von DDR3-Arbeitsspeicher entstehen. Dabei stellten wir – wie auch zuletzt beim Phenom II X4 955 BE fest – dass der vermeintliche Leistungsgewinn nicht immer vorhanden war.
Dennoch gehört es zur Pflichtkür die Möglichkeiten von DDR3-Speicher zu prüfen, gerade auch bei etwas abgespeckten Prozessoren, die möglicherweise von höherer Speicherbandbreite profitieren könnten.
In der Desktop-Praxis zeigt sich nicht selten das Bild, dass aktuelle Prozessoren überwiegend mehr von Prefetching, Cache-Verwaltung und Pagemiss/-hit profitieren als von großer Speicherbandbreite. Denn in der Praxis kommen die Umstände seltener vor in denen große Datenmengen über oder aus dem Speicher geladen werden.

Um so interessanter ist daher der Umstand, dass der AMD Athlon II X2 250 von einem erhöhten Speichertakt deutlich profitiert. Dabei bescheinigen unsere Messungen dem Speichertakt bei DDR3-1333 MHz teilweise einen Vorteil von bis zu 12 Prozent im Vergleich zum Speichertakt von 1066 MHz. Dies macht beispielsweise bei der Datenkompression mit WinAce einen Zeitgewinn von 9 Sekunden aus. Im Vergleich dazu zeigt sich der Phenom II X2 550 deutlich unbeeindruckter von diesem Vergleich, vielmehr liegen die Unterschiede von bis zu 3 Prozent auch durchaus noch im Rahmen der Messtoleranz.
Wir starteten mit dem Athlon II X2 250 einen weiteren Versuch und verglichen die Unterschiede zwischen DDR2-1066 und DDR2-800 bei gleichen Latenzen von 5-5-5-18. Auch hier zeigte sich ein änhliches Bild wie zuvor mit dem DDR3-Speicher.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Marketing-Begriffe wie DDR3-1333 über die absoluten Latenzen hinweg täuschen, ebenso, dass gleiche Latenzen bei unterschiedlichen DDR-Taktungen durchaus ganz andere absolute Latenzen zu Tage fördern, wie die nachfolgende Tabelle verdeutlicht.
| Speicherart | Latenz | I/O-Takt | Zykluszeit [ns] | absolute Latenz [ns] |
| DDR2-800 | CL 5 | 400 MHz | 2,5 | 12,5 |
| DDR2-800 | CL 4 | 400 MHz | 2,5 | 10.0 |
| DDR2-1066 | CL 6 | 533 MHz | 1,9 | 11,4 |
| DDR2-1066 | CL 5 | 533 MHz | 1,9 | 9,5 |
| DDR2-1066 | CL 4 | 533 MHz | 1,9 | 7,6 |
| - | - | - | - | - |
| DDR3-1066 | CL 8 | 533 MHz | 1,9 | 15,0 |
| DDR3-1066 | CL 7 | 533 MHz | 1,9 | 13,1 |
| DDR3-1066 | CL 6 | 533 MHz | 1,9 | 11,3 |
| DDR3-1333 | CL 9 | 667 MHz | 1,5 | 13,5 |
| DDR3-1333 | CL 8 | 667 MHz | 1,5 | 12,0 |
| DDR3-1333 | CL 7 | 667 MHz | 1,5 | 10,5 |
| DDR3-1600 | CL 9 | 800 MHz | 1,3 | 11,3 |
| DDR3-1600 | CL 8 | 800 MHz | 1,3 | 10,0 |
Wie dem auch sei, unsere Ergebnisse, sowohl mit DDR2- als auch mit DDR3-Speicher legen nahe, dass der Athlon II auf Grund des fehlenden L3-Cache deutlich stärker auf die Unterschiede beim Speichertakt reagiert und deshalb auch deutlich davon profitieren kann.


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