Praxisnahe Leistungsaufnahme: AMD Phenom II gegen Intel Core 2 Quad

Prozessoren | 05.03.2009, 20:45

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AMD begann vor Jahren mit Begriffen wie Leistung pro Watt bei Prozessoren Anwender und Fachpresse für die Energiebilanz von CPUs zu sensibilisieren. Was anfänglich nur recht zögerlich angenommen wurde, führte letzten Endes zu einer heutigen Pflichtbetrachtung in Tests aktueller Hardware, gleich welchen Segments und dient inzwischen nicht selten als Kaufkriterium beim Endkunden.

Doch die Prüfmethoden dieses Kriteriums sind oftmals sehr verschieden und ähneln sich meist nur in einem Punkt: Es wird in aller Regel nur der minimale und maximale Energiebedarf des Produktes ermittelt. Dazwischen findet sich praktisch ein schwarzes Loch. Diese Vorgehensweise lässt sich leicht erklären: Der Messaufnwand ist meist zu hoch und die benötigten Gerätschaften stehen in aller Regel nicht zur Verfügung, um einen durchschnittlichen Energiebedarf zu ermitteln.

Bild: Praxisnahe Leistungsaufnahme: AMD Phenom II gegen Intel Core 2 Quad

In jüngster Zeit findet sich in Leserbeiträgen, sei es per E-Mail oder in Foren immer wieder einmal der Hinweis, dass die so ermittelten Werte doch praktisch keinerlei Rückschlüsse auf die Leistungsaufnahme der Produkte im täglichen Einsatz erlauben. Der reine Idle-Betrieb sei dabei ebenso zu hinterfragen, wie die maximal ermittelte Leistungsaufnahme über synthetische Lasttools. Insbesondere bei aktuellen Desktop-Prozessoren wie AMDs Phenom gesellen sich technische Möglichkeiten des Herstellers hinzu, welche sich im üblichen Arbeitsverhalten durchaus positiv bemerkbar machen sollten. Mit den Phenom- und Phenom-II-Prozessoren ist AMD in der Lage, nicht benötigte CPU-Kerne der nativen Die-Umsetzung abzuschalten und stromlos zu machen. Die direkten Intel-Kontrahenten aus dem Core-2-Quad-Lager beherrschen diese Technik hingegen nicht.

Darüber hinaus finden wir – gerade was unsere realen Messungen zur Prozessorleistungsaufnahme betrifft – in jüngster Zeit verstärkt den Hinweis, dass die Leistungsaufnahme des einzelnen Prozessors doch überhaupt keine Rückschlüsse für den Endkunden zulassen. Die praktisch überall zu sehenden Messungen der Gesamtleistungsaufnahme eines Systems seien dabei deutlich praxisnäher. Konfrontiert mit diesen Informationen haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie man messtechnisch den Problemen Herr werden kann.



Dazu ermitteln wir mit vier handelsüblichen Desktop-Prozessoren einen praxisnahen Verbrauch unter verschiedensten Anwendungen wie z. B. Windows Media Encoder, Musikwiedergabe oder Far Cry 2. Die beiden AMD- und Intel-CPUs spielen dabei in etwa in der gleichen Preis-/ Leistungsklasse und werden über den gesamten HT4U-Benchmark-Parcours auf ihre durchschnittliche Leistungsaufnahme hin vermessen. Darüber hinaus haben wir uns natürlich auch mit der Leistungsaufnahme von gesamten PC-Systemen auf unterschiedlichen Mainboard-Plattformen beschäftigt und stellten überaus interessante Eigenschaften fest.