Fazit
Es hat einige Zeit gedauert, bis NVIDIA mit seinem hochkomplexen GT200-Design auf den aktuellen Fertigungsstand bei TSMC wechseln konnte. Doch ausgehend von den Erfahrungen mit den Grafikkartenmodellen der GTX 280-Generation hat NVIDIA eine weise Entscheidung getroffen und ohne großes Werkeln an den technischen Spezifikationen einen "bloßen" Die-Shrink vollzogen.
Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Mit höheren möglichen Taktfrequenzen, geringerer Leistungsaufnahme und damit geringerem Kühlungsbedarf ist in Form der GTX 285 eine Weiterentwicklung erkennbar. Die dadurch erreichbaren neuen Benchmarkergebnisse sprechen für sich. Allerdings sind Preise von bis zu 350 Euro auch nicht von Pappe und sprechen nicht automatisch den Volumenmarkt an, der das Gros an Einkommen sichert.
Durch den Die-Shrink war es sogar möglich zwei GTX 260-Äquivalente in ein Gehäuse zu packen und die jüngste Fassung von NVIDIAs Dual-GPU-Konzept umzusetzen. Auch wenn die Taktfrequenzen damit deutlich unterhalb der GTX 285 bleiben, gibt es zumeist, aber doch nicht immer, mehr Frames per second - für einen Aufpreis von rund 80 Euro, was die Zielgruppe nochmals schmälert. Allerdings kann man im Großen und Ganzen AMDs Radeon HD 4870 X2 am oberen Ende des Leistungsspektrums wieder den Rang ablaufen, die daraus resultierenden Preissenkungen sind schon zu vernehmen.
Doch unser Benchmarkparcours zeigt wieder einmal, dass Multi-GPU nicht das allereinfachste ist, wenn es um die bestmögliche Umsetzung geht - doch angesichts der heute schon immensen Komplexität von einzelnen GPUs liegt hier die Zukunft, wie Mitbewerber AMD schon seit längerem nicht müde wird zu betonen.
Nachdem NVIDIAs letzter Zug in der Einsteiger- und Mittelklasse die Umbenennung bestehender Produktserien war, wird dieses Jahr hier wohl auch ein Update fällig werden. Wie NVIDIA das vom hochgezüchteten GT200 ableiten könnte, wird interessant sein zu sehen.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Testmustern als solche. Point of View hat eine GTX 285 aufgelegt, die das offensichtlich im geschrumpften Design schlummernde Potenzial nutzt, um eine "Extreme OC" Version zu vermarkten. Diese Lösung bringt ein paar fps zusätzlich, kostet aber auch einen Aufpreis, der sich in den Tagen nach Verfügbarkeit sicher ein wenig nivellieren wird. Wer schon immer Prince of Persia haben wollte, wird sich über die Spielebeilage freuen bzw. aus diesem Grund zu dieser Karte greifen.
MSI verschenkt mit der N295GTX-M2D1792 Potenzial. Wenn man davon ausgeht, dass das von uns erzielte Overclockingergebnis repräsentativ ist, würde es auch für eine MSI-typische Super-OC Variante reichen. Bislang zeigt der Markt allerdings nur standardkonforme Versionen, was die Vermutung zuließe, dass wir ein ausnehmend gutes Exemplar bekommen haben könnten. Die Beilage von Tomb Raider Underworld liefert hier das Unterscheidungskriterium zu anderen Karten identischer Bauart.





Point of View GeForce GTX 285 und MSI GeForce GTX 295

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