PowerColor ATI Radeon HD 4730: Zahnloser, durstiger Tiger

Grafikkarten | 17.06.2009, 09:00

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Keine Frage: AMDs Radeon HD 4770 entwickelte sich unmittelbar nach Vorstellung zum Verkaufsschlager, gar so sehr, dass in Verbindung mit TSMCs Fertigungsproblemen die Produkte auf Basis dieses Chips kaum lieferbar sind.

Dann tauchte plötzlich das Gerücht um eine neue Grafikkarte mit Namen Radeon HD 4730 auf. Erste Spekulationen berichteten davon, dass nur wenige der bei TSMC in 40 nm gefertigten Chips die GPU-Taktraten von 750 MHz erreichen würden. Da eine HD 4730 mit "lediglich" 700 MHz takten würde, verwende AMD angeblich den "Ausschuss" für diese Karten. Doch weit gefehlt. Nur wenig später zeigten sich dann offenbar finale Eckdaten. Die Radeon HD 4730 sollten ein Zwitter werden, bestehend aus einer in 55 nm gefertigten HD 4830 GPU, bei welcher das Speicherinterface von 256 Bit auf 128 Bit reduziert wird, gekoppelt mit GDDR5-Speicher, der wiederum mit 100 MHz mehr takten sollte als bei der Radeon HD 4770.

Bild: PowerColor ATI Radeon HD 4730: Zahnloser, durstiger Tiger

Grundsätzlich war dieser Schritt erst einmal auch nachvollziehbar. Während AMD offiziell das Produkt mit Namen HD 4730 nicht herstellt, kam die Idee von den großen Boardpartnern – aktuell nur PowerColor und Sapphire – welche wohl noch einen großen Restposten an Radeon HD 4830-Chips auf Lager hatten und deren Absatz fürchteten. Und warum soll man die Ware auch wegwerfen, wenn sie sich auf diese Weise – eben unter anderem Namen – sinnvoll an den Kunden bringen lässt.

Die Radeon HD 4730 war geboren und versprach von den nun vorliegenden Eckdaten her, dass man sich auf dem Leistungsniveau einer HD 4770 bewegen könnte und das teils zu Preisen von noch einmal knapp 5 bis 10 Euro unter der nicht verfügbaren HD 4770. Sapphire teilte uns auf Anfrage mit, dass man die Presse nicht mit solchen Karten bemustern würde – die HD 4730 sei für den OEM-Markt bestimmt.

Wir waren aber brennend an dem Test einer Radeon HD 4730 interessiert und so bemühten wir einen Händler, uns ein solches Board kurzfristig zu besorgen. Ein Dank geht für die Mühen hier an HiQ-Computer für die Unterstützung. Ohne deren Mithilfe wären wir nicht in der Lage gewesen, so schnell diesen Test zu realisieren.

Ein Dank geht hier auch an Michael Doering von Au-Ja für den praktischen Support bei diesem Test, als auch an Ronald Gasch aka Leonidas vom 3DCenter für den theoretischen Support.