PowerColor ATI Radeon HD 4730: Zahnloser, durstiger Tiger

Grafikkarten | 17.06.2009, 09:00 | Seite 3

Technik (Fortsetzung)



Allerdings zeichnete unser Benchmark-Parcours ein Bild, welches wir mit diesen Eckdaten nicht vereinen konnten. Und da es weder von den Herstellern auf gezielte Fragen, noch auf den Produktseiten erklärende Informationen gab und auch Tools wie GPU-Z aktuell noch keine passenden Informationen liefern konnten, mussten wir einen anderen Weg einschlagen.

Bild: PowerColor ATI Radeon HD 4730: Zahnloser, durstiger Tiger

Aufgrund dessen haben wir zur Architektur-Analyse den Feature-Test des 3DMark-Vantage heranzogen.

Merkmal Raedon HD 4770 @ 700/900 MHz Radeon HD 4730 @ 700/900 MHz 4770 zu 4730
Texture Fill 582,8 GT/s 584,4 GT/s -0,3 %
Color Fill 2,8 GP/s 2,6 GP/s +7,7 %
Parallax Occlusion Mapping 19,0 FPS 18,8 FPS +1,1 %
GPU Cloth 19,9 FPS 16,6 FPS +19,9 %
GPU Particles 30,0 FPS 21,4 FPS +40,2 %
Perlin Noise 43,9 FPS 42,5 FPS +3,3 %


Bei gleichem Takt zeigen beide Modelle keinerlei Abweichungen hinsichtlich der Texturierungsleistung, demzufolge kann man mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass beide Karten auch tatsächlich über die gleiche Anzahl an Texture-Mapping-Units (TMUs) verfügen, was die Hersteller uns auch bestätigten.

Im aktuellen Architektur-Design der Radeon-Karten ist zudem jeweils eine Quad-TMU (4 TMUs) fest mit einem SIMD-Cluster gekoppelt. Im Zusammenspiel mit der Feststellung der gleichen TMU-Anzahl lässt sich daraus folgern, dass auch die Anzahl der Shader-Einheiten gleich ist. Letzteres bestätigte uns Rivatuner, aber auch eine interne Quelle.

Bild: PowerColor ATI Radeon HD 4730: Zahnloser, durstiger Tiger

Bleibt schlussendlich noch eine offene Variable: Die Raster Operation Units (ROPs). Und genau zu dem Punkt schwieg man sich auch auf gezielten Rückfragen hin aus.

Während die Radeon HD 4770 (RV740) trotz nur zweier Speichercontroller (je 64 Bit) über 4 ROP-Partitionen (16 ROPs) verfügt, scheint im Falle der Radeon HD 4730 (RV770) die Halbierung des Speicherinterface mit der Deaktivierung zweier ROP-Partitionen einherzugehen. Womit die Radeon HD 4730 schlussendlich nur noch über 8 ROPs verfügt. Was dies bedeutet wollen wir uns anhand der theoretischen Eckdaten verdeutlichen.

Radeon HD 4730 Radeon HD 4770 Radeon HD 4850 Radeon HD 4830 Radeon HD 4670
Arithmetische Rechenleistung (MADD) 896 GFLOPs 960 1000 GFLOPs 736 GFLOPs 480 GFLOPs
Texelfüllrate – bilinear 22,4 GT/s 24 GT/s 25 GT/s 18,4 GT/s 24 GT/s
Speicherbandbreite 57,6 GB/s 51,2 GB/s 64 GB/s 57,6 GB/s 32 GB/s
Pixelfüllrate 5,6 MP/s 12 MP/s 10 MP/s 9,2 MP/s 6 MP/s


Zwar stellen die ROPs (bzw. die Pixelfüllrate) im Allgemeinen wohl nur in seltenen Fällen einen wirklichen Flaschenhals dar, doch wie wir im Verlauf der Benchmarks sehen werden, leidet die Radeon HD 4730 mit deren massiver Shader-Power dann eben doch darunter, dass lediglich noch 8 Raster-Prozessoren aktiv sind.