Sapphire Radeon HD 4770: Jetzt endlich eine Praxisbetrachtung

Grafikkarten | 10.05.2009, 23:30

Intro



Am 28. April 2009 startete AMD mit einer neuen Grafikkarten-Serie. Der Name Radeon HD 4770 sorgte sofort für reges Interesse. Das an die Presse entlassene Testkonstrukt konnte in viel zu vielen Bereichen glänzen, als dass es "markttauglich" wäre. Im Bereich Performance setzte die neue Radeon HD 4770 praktisch neue Maßstäbe. Gleichzeitig trat dieses Modell mit GDDR5-Speicher der gleichen Taktraten an, welche bislang einer Radeon HD 4890/ HD 4870 vorbehalten waren und sich damit in gleiche Regionen übertakten ließ.

Dazu gesellte sich – natürlich auch bedingt durch den neuen 40-nm-Fertigungsprozess – ein sehr gutes Verhalten bei Temperaturen und Leistungsaufnahme. Und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn die Kühlung war angenehm leise angesetzt – selbst unter Last. Eigentlich hätten wir nur noch in den höchsten Tönen loben können.

Bild: Sapphire Radeon HD 4770: Jetzt endlich eine Praxisbetrachtung

Doch AMD machte uns kurz vor Ende des Artikels einen Strich durch die Rechnung. Die Radeon HD 4770, wie der Presse zur Verfügung gestellt, wird es in dieser Konstellation wohl nicht im Markt geben. Als Kühllösung für diesen Test hatte man eine Abwandlung der Radeon HD 3870 verwendet – die Boardpartner seien aber hier in der Entscheidung, was man letztlich selbst an Kühler zum Einsatz bringen möchte. Und damit verwehrte sich die Radeon HD 4770 sofort unsere volle Empfehlung.

Wir konnten damit nicht wissen, wie sich die Radeon HD 4770 in der finalen Marktversion im Bereich Lautstärke, Temperaturverhalten – und damit Hand-in-Hand bei der Leistungsaufnahme verhält. Gewisse Schauergeschichten gesellen sich inzwischen dazu, denn Leser wiesen uns anhand von Fotos finaler Karten darauf hin, dass die Boardpartner zudem jede Menge Einsparungen betrieben haben. Fotos zeigten uns, dass die verkaufsfertigen Grafikkarten – nicht festgemacht an Namen wie HIS, Sapphire oder PowerColor (beispielhafte Aufzählung) – an Bauteilen der Spannungsversorgung einsparten. Zudem präsentierte sich fast auf allen Karten plötzlich das gleiche Kühlkonstrukt, letzteres optisch nicht wirklich ansprechend und passend normalerweise eher lärmenden Kühlern.

Inzwischen verschob sich nach diesen Informationen erst einmal unser erster Eindruck der Radeon HD 4770. Sapphire schickte uns – ganz ohne Furcht – ein erstes Testmuster eines handelsüblichen Produktes dieser HD 4770. Eben mit jenem Kühler, eben mit jenen Einsparungen in den Bauteilen. Genau dies scheint aktuell das zu sein, was der preisbewusste Käufer bekommt. Deshalb scheint uns dieser Test besonders wichtig, weil es sich um ein Produkt handelt, welches im Preis-/Leistungssektor Barrieren brechen könnte.

Wir schicken vorweg, dass diese Sapphire HD 4770 im Bereich 3D-Performance aktuell nicht der Referenzvorgabe nachsteht. Dies haben wir direkt zu Beginn geprüft. Und nachdem wir Sicherheit hatten, dass sich auf dem Bereich Performance nichts geändert hat, haben wir uns strikt auf die wichtigen Bereiche wie Spannung, Taktraten, Lautstärke und Leistungsaufnahme sowie Overclocking konzentriert.