ASUS ROG Matrix 5870 - mehr als nur eine Grafikkarte

Grafikkarten | 15.06.2010, 17:53 | Seite 7

Die Matrix-Besonderheiten



ASUS wollte wohl nicht nur irgendein Grafikboard mit hohen Taktraten produzieren – die Absicht war es wohl vielmehr die Konkurrenz im Enthusiasten-Bereich zu deklassieren. Wenn wir uns die bereits bisher vorgestellte Materialschlacht betrachten, ist klar, dass dies kein billiges Unterfangen war. Der gezeigte Safe-Mode-Start-Knopf auf dem I/O-Shield, stellt dabei nur ein kleines Detail dar.

ProbeIT



Unter ProbeIT versteht ASUS keine absolut neue Darbietung auf dem Markt. Es finden sich auf der Rückseite der Grafikkarte mehrere Messpunkte, an denen real anliegende Spannungen für GPU und Speicher abgegriffen werden können.

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte

Voraussetzung für diese Prüfung ist natürlich ein Multimeter, welches dann live die gerade anliegenden Spannungen abnehmen kann. Sinn ergibt diese Möglichkeit nur für jene, welche wirklich wissen möchten, was die Software-Eingriffe mittels ASUS-iTracker2-Software in der Praxis tatsächlich bedeuten bzw. ob sie korrekt umgesetzt wurden.

ASUS Super Capacitor



Einen besonders leistungsfähigen Elko in geringer Bauhöhe bezeichnet ASUS als Super-ML-Cap. Laut ASUS wird er nötig um eine Reserve bei besonders hohen Spannungen zu ermöglichen, wie diese durch Eingriffe durch die iTracker2-Software vorgenommen werden können.

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte

Dieser Capacitor muss laut ASUS sehr nahe im GPU-Bereich platziert werden, weshalb ASUS sich für diesen sehr flachen Chip entschieden hat.

SHE – Super Hybrid Enginge



Das eigentliche Herzstück der ROG Matrix 5870 stellt der SHE-Chip dar. Grundsätzlich darf er als Ergänzung zum eigentlichen Wandler-Steuerchip gesehen werden. Er ermöglicht es mit der Software diverse Dinge zu Überwachen, welche andere Boards aktuell nicht bieten.

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte

Dazu zählt beispielsweise der Ausweis der Leistungsaufnahme. Wir haben dies in ein paar Fällen mit unseren Messungen geprüft und erhielten recht nahe Resultate zu jenen Werten, die über die iTracker2-Software ausgewiesen wurden.

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte
Live-Monitoring Leistungsaufnahme


Dies sind aber nur wenige Dinge, welche die SHE gemeinsam mit dem Software-Tool ermöglicht.

ASUS iTracker2-Software



Neben diversen Monitoring-Optionen (welche in vielen Fällen auch auf anderen Grafikkarten geboten werden), hat ASUS zusätzlich noch die Eingriffsmöglichkeiten in die Änderung der Spannungen für GPU und Speicher, was nur wenige Tools bieten.

Im Falle der ASUS ROG Matrix 5870 gesellt sich noch eine weitere Option dazu: Die Änderung der Latenzen der Speicherchips durch den Anwender.

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte


Drei Vorauswahl-Möglichkeiten bietet die Software: Default, Performance und Overclocking. Sie zeigt gleichzeitig, dass Speichertimings erheblichen Einfluss auf diese drei Bereiche haben können.

Die Default-Settings – die werkseitigen Einstellungen also, welche Grafikkarten-Hersteller wählen – haben laut ASUS eigentlich nur für die Massenproduktion eine Daseinsberechtigung. Sie dienen einem reibungslosen Betrieb, ohne Anwender und Hersteller Ärger zu bereiten. Dazu hat ASUS dann aber Vorbelegungen für zwei weitere Bereiche geschaffen:

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte
Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte
Voreinstellungen "Performance" Voreinstellungen "Overclocking"


So schraubt man in der Performance-Einstellung die Taktraten etwas herunter. Im Overclocking-Modus setzt man die Speichertimings dann hoch, um höhere Übertaktungsresultate zu ermöglichen. Zu den Auswirkungen später mehr.

Darüber hinaus bietet die Software auch eigene Auswahloptionen. Hierzu muss der Anwender nur die Einstellungsoption wählen und kann dann dort die Werte überschreiben und speichern. Mittels Pfeiltasten scheitert man in den Optionen meist.

Sollte eine gewählte Einstellung sich plötzlich einmal als zu harsch für die Karte erweisen und ein Start in Windows wird verweigert, bietet ASUS mittels des Safe-Mode-Buttons dann die Möglichkeit das System wieder sicher zu starten. In der Praxis kamen wir jedoch noch nicht in diese Verlegenheit.

Die folgende Bilderstrecke soll einen gewissen Einblick in die iTracker-2-Software von ASUS bieten:

Bild: ASUS ROG Matrix 5870 – mehr als nur eine Grafikkarte
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Auffällig ist die konfuse Vorauswahl des iTracker2, welcher im Power-Saving-Modus dann die Taktraten des Speichers nicht absenkt. Power-Saving zählt dabei in keinen ASUS-Voreinstellungen zu den Stärken des iTracker2. Immerhin – der Anwender ist in der Lage hier einzugreifen, wenn er denn schon eine solche Software zum täglichen Einsatz wählt.

Hinzu gesellt sich aber ein Nachteil: ASUS gewährt diese Optionen in reibungslosem Betrieb nur dann, wenn ein aktueller, von ASUS freigegebener Grafikkartentreiber, die ASUS-OSD-Software und die aktuelle iTracker2-Software installiert wurde. Das dürfte gerade jetzt zu Beginn für keinen Anwender einen Nachteil darstellen, da der Hersteller für das aktuelle Produkt einen guten Support liefert. Wie sich das ganze dann in ein oder zwei Jahren verhält, das wollen wir aktuell nicht beurteilen.