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 CPU und Grafikeinheit vereint - Intel Core i5 "Clarkdale" im Test

CPU/ Prozessoren | 04.01.2010, 06:00 | Seite 19

Praxis: Leistungsaufnahme



Im Zeitalter steigender Energiekosten wird der Energiebedarf des Rechners zu einem immer wichtiger werdenden Kriterium. Dabei ist neben der Leistungsaufnahme unter Last auch der Energiehunger im Idle - also beim Nichtstun - von großer Bedeutung. Wie wir gesehen haben, hat Intel bei den Clarkdale-Prozessoren allerhand Anstrengungen unternommen den Energieverbrauch zu minimieren und durch das neue Single-Chip-Design für den Chipsatz fällt ein wesentlicher Verbraucher bei den neuen Plattformen weg. Doch bringt all dies etwas? Dies wollen wir uns nun ansehen.

Für alle nachfolgenden Ergebnisse gilt dabei, dass der Turbo-Modus der Bloomfield- und Lynnfield-Prozessoren sowie des Core i5 661 abgeschaltet war, wenn es nicht anders in der Beschreibung vermerkt ist. Hyperthreading war hingegen aktiviert, denn eine Deaktivierung brachte keine Einsparungen mit sich.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Idle
Intel Ci7 920
130,4
AMD Phenom II X4 965
108,7
AMD Athlon II X4 630
103,7
AMD Phenom II X4 810
103,6
AMD Athlon II X3 435
103,1
AMD Phenom II X3 720
102,9
AMD Phenom II X2 550
102,6
Intel C2Q 9650
100,7
Intel C2Q Q8200
98,9
Intel C2Q 9400
97,8
Intel C2D E8600
97,1
Intel C2D E7400
96,1
AMD Athlon II X2 250
95,9
Intel Ci7 870
82,9
Intel Ci5 750
82,2
Intel Ci5 661 (Turbo aus)
74,4
Intel Ci5 661 (Turbo an)
74,4
AMD Phenom II 965 BE (790GX)
51,2
Intel Ci5 661 (Radeon HD 4350)
36,1
Intel Ci5 661 (iGPU)
30,1
Watt


Bereits die Lynnfield-Prozessoren setzen neue Maßstäbe im Bereich der Leistungsaufnahme im Idle und unterboten selbst die sparsamen Core 2 Duos deutlich. Die Clarkdale-Modelle setzen diese Tendenz fort. Mit einem Verbrauch von lediglich 74,4 Watt liegt der Core i5 661 unangefochten an der ersten Stelle, was dem geringsten Energiebedarf entspricht. Die Gründe für den geringen Energiehunger sind zum einen das Ein-Chip-Chipsatz-Design, zum anderen aber auch die neue 32-nm-Fertigung zusammen mit sehr geringen Versorgungsspannungen.

Verwendet man statt einer GeForce GTX 280 die integrierte "GMA HD"-Grafikeinheit, sinkt der Energieverbrauch sogar auf sensationelle 30 Watt. Der Wert bezieht sich dabei auf das gesamte System, bemerkenswert. Allerdings führt dieser sehr geringe Energiebedarf zu einem anderen - oftmals unbeachteten - Problem: dem Netzteil. Selbst ein Netzteil mit 380 Watt ist für derartige Systeme - wie wir gleich sehen werden - völlig überdimensioniert, was zu einem schlechten Wirkungsgrad führt. Wie die Kollegen der C't gezeigt haben, kann man alleine durch die Verwendung eines Pico-PSU-Netzteils mit 120 Watt die Leistungsaufnahme auf 20 Watt reduzieren. Wir appellieren daher ausdrücklich an die Netzteil-Hersteller endlich auch hocheffiziente Netzteile mit 100 bis 350 Watt auf den Markt zu bringen, denn der Markt braucht diese Energieversorger!

Wollte man ein ähnlich potentes AMD-System mit einem integrierten Grafikbeschleuniger aufbauen, so käme man mit dem 790GX-Chipsatz und dem Phenom II X4 965 BE im C3-Stepping, auf rund 50 Watt im Idle. Dies sind etwa 20 Watt mehr als bei dem Intel-System.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Last
AMD Phenom II X4 965
284,1
AMD Athlon II X4 630
220,2
AMD Phenom II X4 810
191,0
Intel Ci7 920
188,7
Intel Ci5 750
178,1
AMD Athlon II X3 435
177,7
AMD Phenom II X3 720
177,2
Intel Ci7 870
176,8
Intel C2Q 9650
175,9
AMD Phenom II X2 550
170,4
Intel C2Q 9400
154,9
AMD Athlon II X2 250
151,0
Intel C2D E8600
143,7
Intel C2Q Q8200
139,7
Intel C2D E7400
131,3
Intel Ci5 661 (Turbo an)
128,8
Intel Ci5 661 (Turbo aus)
124,9
AMD Phenom II 965 BE (790GX)
116,2
Intel Ci5 661 (Radeon HD 4350)
71,5
Intel Ci5 661 (iGPU)
68,1
Watt


Unter Last steigt erwartungsgemäß die Leistungsaufnahme an, mit 129 Watt mit TurboMode und 125 Watt ohne TurboMode liegt der Core i5 661 allerdings erneut an erster Stelle. Ein Core 2 Duo E8600 braucht knapp 20 Watt mehr und ist - wie wir noch sehen werden - deutlich langsamer. Mit der integrierten Grafikeinheit beträgt der Energiebedarf sogar nur 68 Watt. Die Thermal Design Power (TDP) ist mit 89 Watt also von Intel sehr pessimistisch angesetzt, beziehen sich die 68 Watt doch erneut auf das gesamte System. Erneut muss man an dieser Stelle anmerken, dass mit einem effizienteren Netzteil, noch einiges Potential vorhanden ist. Allerdings muss man auch erwähnen, dass es durchaus Prozessoren mit deutlich höheren Versorgungsspannungen geben kann, die dann auch entsprechend mehr Energie konsumieren werden.

Dennoch muss man schlussendlich anerkennen, dass Intel mit dem Clarkdale-Prozessor offensichtlich eine sehr sparsamer CPU gelungen ist, die in Kombination mit dem Intel DH55TC Mainboard neue Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz setzt. Ein vergleichbares AMD-System bestehend aus Phenom II X4 965 BE und 790GX-Chipsatz konsumiert immerhin fast das doppelte an Energie und ist - wie wir schon unter 3D-Messungen beobachteten - nur gelegentlich schneller.

Anmerkung der Redaktion: Wer regelmäßig unsere Prozessor-Tests liest, der weiß, dass wir üblicherweise auch die Leistungsaufnahme des Prozessors alleine vermessen. Allerdings ist es seit der Einführung der Bloomfield-Modelle so, dass der Core- und der Uncore-Bereich der CPUs über getrennte Spannungsschienen versorgt werden. Daher können wir aktuell nur den Core-Bereich vermessen, was zu einem Äpfel-Birnen-Vergleich führt. Deshalb haben wir an dieser Stelle auf eine derartige Darstellung verzichtet. Hinzu kommt, dass bei den Clarkdale-Modellen uns noch keine Informationen vorliegen, ob die GPU über eine 12-Volt- oder eine 3,3- bzw. 5-Volt-Schiene versorgt wird. Dennoch wird 2010 das Jahr werden, in welchem wir an diesem Punkt erneut ansetzen und dann auch Messungen der Core-i-CPUs zeigen werden.


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