AMD FX-8150 - Bulldozer im ausführlichen Test

Prozessoren | 12.10.2011, 06:01 | Seite 2

Modellpalette der neuen FX-CPUs


Mit der Bulldozer-Architektur läutet AMD eine neue Ära ein. Dementsprechend umfangreich wird auch das Portfolio ausfallen. Zunächst gehen sieben Ableger auf Kundenfang, ehe im nächsten Jahr weitere Modelle folgen werden. Die ersten sieben Versionen decken einen weiten Preisbereich zwischen 100 und 250 Euro ab. Entsprechend unterschiedlich fällt ihre Hardware-Ausstattung aus. Einen ersten Überblick über die jeweiligen Spezifikationen bietet nachfolgende Tabelle.

FamilieFX-4000FX-6000FX-8000
ModellFX-4100FX-B4150FX-4170FX-6100FX-8100FX-8120FX-8150
Takt [GHz]3,63,84,23,32,83,13,6
Turbo-Takt [GHz]3,7 / 3,83,9 / 4,04,2 / 4,33,6 / 3,93,1 / 3,73,4 / 4,03,9 / 4,2
Module2223444
L2-Cache pro Modul [MByte]2222222
L3-Cache [MByte]8888888
NB-Takt [GHz]2,02,22,22,02,02,22,2
DDR3-TaktDDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866
Transistoren [Mrd.]1,21,21,21,21,21,21,2
Größe [mm²]315315315315315315315
TDP [Watt]9595125959595 & 125125
Preis [US-Dollar]115??165?205245


Wie die Details in der Tabelle deutlich machen, unterscheiden sich die Prozessoren nur durch drei Merkmale. Einmal durch die Anzahl an Prozessor-Modulen (AMD-Sprechweise: 1 Modul = 2 "Kerne"). Wie solch ein Modul genau aussieht betrachten wir später noch ausführlich. Wie die Familiennamen schon andeuten, besitzen die Modelle der FX-4000-Familie zwei Module (also 4 "Kerne"), jene der FX-6000-Klasse drei und in der FX-8000-Serie vier Module (also 8 "Kerne").

Weiterhin unterscheiden sich die verschiedenen Prozessor-Modelle beim Takt und somit auch in ihrer Thermal Design Power (TDP), die jedoch maximal 125 Watt beträgt. Beim Takt muss man beachten, dass die Bulldozer-Prozessoren einen Turbo-Modus unterstützen, sich also nicht nur der Basis-Takt sondern auch der Turbo-Takt unterscheiden kann. AMD gibt hierbei zwei unterschiedliche Taktfrequenzen im Turbo-Modus an. Die erste Zahl bezieht sich auf den maximalen Takt, wenn alle Module genutzt werden, die zweite auf den maximalen Takt wenn nur die Hälfte der Module in Verwendung ist. Außerdem variiert der Northbridge-Takt (NB-Takt) von Modell zu Modell. Da in der Northbridge Speichercontroller und L3-Cache enthalten sind, dürften die Versionen mit 2,2 GHz hier leichte Leistungsvorteile besitzen.

Anders als Intel verzichtet AMD abseits der genannten Unterschiede darauf, Funktionen, wie bestimmte Befehle oder Erweiterungen (z. B. für Virtualisierung), bei günstigeren Versionen zu deaktivieren oder Caches zu beschneiden. Sehr löblich!

Interessant ist überdies, dass AMD erst einmal nur ein einziges Die fertigt und dann Module deaktiviert. Dies bedeutet zum einen, dass man die Ausbeute steigern kann. Zum anderen aber auch, dass selbst die kleinen 2-Modul-Versionen mit 2 Milliarden¹ Transistoren daherkommen. Je nachdem wie AMD die Module deaktiviert, kann sich dies auch negativ auf den Energiebedarf auswirken. Allerdings besteht somit auch ein Fünkchen Hoffnung, dass sich 2-Modul-Versionen zu höherwertigen Ablegern freischalten lassen, sofern AMD die Module genauso deaktiviert wie man die Kerne beim Phenom II deaktiviert hat.

Zunächst entlässt AMD nur vier Modelle auf den Markt: Den FX-8150, den FX-8120 und den FX-6100 sowie den FX-4100. Erst später – wann genau wollte man uns nicht verraten – werden die anderen Versionen folgen. Der FX-8150 wird mit einem Listenpreis von 245 US-Dollar klar die Spitzenposition einnehmen, gefolgt vom FX-8120, der für 205 US-Dollar den Besitzer wechselt. Damit tritt dieser ziemlich exakt gegen einen Intel Core i5 2500 und den AMD Phenom II X6 1100T an. Das Spitzenmodell platziert sich zwischen dem Intel Core i5 2500 und dem Intel Core i7 2600. Etwas günstiger ist der FX-6100 mit 165 US-Dollar. Dafür verzichtet dieser jedoch auf ein Modul und hat nur einen NB-Takt von 2,0 GHz. Im Gegenzug kann er allerdings mit einer TDP von nur 95 Watt aufwarten. Nach unten rundet der FX-4100 für 115 US-Dollar das Bild ab, womit er sich gegen Intel Core-i3-2xxx-Serie richtet, aber auch den hauseigenen Phenom-II-Prozessoren Paroli bietet.

¹Update 20.11.2011
Die ursprüngliche Angabe von 2 Milliarden Transistoren ist laut AMD nicht korrekt. Es sollen stattdessen nur 1,2 Milliarden sein. Sollen deshalb, weil uns diese Zahl als etwas zu klein erscheint.




 

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