AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

Prozessoren | 30.06.2011, 06:01
Obwohl AMD als erster Hersteller von Desktop-Prozessoren die Idee der Vereinigung von Grafikeinheit und Hauptprozessor präsentierte, dauerte es bis heute, ehe AMD seinen ersten eigenen Fusion-Prozessor für Desktop-Systeme in Form von Llano vorstellte. Zusammen mit der neuen Lynx-Plattform soll dieser im Preissegment unter 150 Euro auf Kundenfang gehen. Wie überzeugend das Duo zum Start auftritt, wollen wir in einem umfangreichen Test herausfinden.

Intro


Kurz nachdem AMD 2006 die damals noch eigenständige Grafikschmiede ATI übernommen hatte, stellte der Hersteller zum ersten Mal sein Fusion-Konzept vor: die Verschmelzung von CPU und GPU (alias APU = Accelerated Processing Unit). Seit diesem Zeitpunkt war Fusion das Schlagwort von AMD. Bei jeder Gelegenheit wurde das Konzept beworben. Doch lange Zeit blieb es nur beim Konzept, denn auf reale Produkte musste man lange warten.

Anfang diesen Jahres kam mit der Brazos-Plattform inklusive der zugehörigen Zacate- und Ontario-Prozessoren für kleine, sehr sparsame Rechner endlich die ersten APUs aus dem Hause AMD auf den Markt. Sie schreiben seitdem eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst

Nun folgt mit der Llano-APU der zweite Schritt. Sie soll zusammen mit der Lynx-Plattform an die Erfolge von Brazos anknüpfen und diese gar noch übertreffen soll. Das auserkorene Zielsegment ist dabei das Einsteiger- und untere Mittelklasse-Segment, mit Prozessorpreisen unter 150 Euro.

AMD setzt mit Llano ein durchaus cleveres Konzept um. Statt viel Geld, Energie und Zeit in die Entwicklung einer neuen Kernarchitektur zu stecken, greift man bei Llano auf Altbewährtes zurück. Die bis zu vier Kerne der Llano-APU basieren dabei auf jenen des Athlon II und die Grafikeinheit ist bereits aus der Radeon-HD-5500-Serie bekannt. Vereinigt und mit neuem 32-nm-Herstellungsverfahren in ein Silizium-Die gegossen wollen sie nun der Konkurrenz das Fürchten lehren und verlorene Marktanteile zurückerobern.

Mit Llano schlägt AMD dabei einen völlig konträren Weg zu Intel ein und kombiniert eine potente Grafikeinheit mit schwächeren Prozessorkernen – Intels "Sandy Bridge" macht es genau umgekehrt. Ob Llano damit zum besseren Produkt wird? Um die Frage zu beantworten, kommt AMDs Topmodell auf Llano-Basis mit vier Kernen zum Einsatz: der AMD A8-3850 mit je 2,9 GHz mit integrierter Radeon HD 6550D.

Einerseits legen wir das Augenmerk auf die reine Leistung der Prozessorkerne und etwaige Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger in Form des Athlon II. Andererseits untersuchen wir auch die integrierte Grafikeinheit ausführlich. Dazu zählt neben der reinen Spieleleistung auch die Bildqualität oder die Tauglichkeit zur Video-Beschleunigung oder Konvertierung. Zu guter Letzt dürfen natürlich die Analysen rund um die Leistungsaufnahme nicht fehlen. Immerhin verspricht der neue 32-nm-Prozess von Globalfoundries eine deutlich verbesserte Energieeffizienz und macht neugierig auf Übertakten und Undervolten.

Ebenfalls ein Aspekt des heutigen Tests ist die Frage, wie ausgereift die gesamte Lynx-Plattform bestehend aus Llano-APU und A75- bzw. A55-Chipsatz schon ist? Immerhin ist dies Neuland für die Hersteller. Um bei all diesen Aufgaben den Überblick nicht zu verlieren nachfolgend schon einmal ein kleiner Vorgeschmack.
Doch nun genug der Vorrede. Vorhang auf, Hosen runter, es ist Zeit für die Wahrheit.


 

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