BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test

Gehäuse & Kühlung | 19.10.2011, 23:40 | Seite 8

Kompatibilität und Praxiseinsatz


Um die Kompatibilität unserer Testmuster mit anderer, ausladender Hardware zu prüfen, verwenden wir einige CPU-Kühler sowie eine GeForce-GTX-280-Grafikkarte mit einer Länge von 27 cm. Die aktuell längste Grafikkarte im Markt dürfte die AMD Radeon HD 6990 mit einer Länge von zirka 30,7 cm sein. Damit ist diese Karte noch einmal knapp 4 cm länger als unserer Testproband.

Grafikkarten


Bei ausladenden Grafikkarten muss man sich als Interessent kaum Gedanken machen. Mit einer maximalen Länge von 438 mm dürften selbst die längsten Karten keine Probleme machen. Unsere Geforce GTX 280 passt entsprechend problemlos in das Gehäuse.

Bild: BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test
Bild: BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test
Eingebaute Geforce GTX 280 Messung des Abstands Grafikkarte – Gehäusefront



CPU-Kühlung


Bei dem Thema CPU-Kühler muss man als Interessent hingegen aufpassen. BitFenix gibt eine maximale Kühlerhöhe von 156 mm an. In der Tat steht der Kühler unseres Testsystems etwas heraus. Mit einer Höhe von 166 mm kollidiert der Tower-Kühler BeQuiet Dark Rock Advanced mit dem Seitenteil des Gehäuses. Zwar lässt es sich mit vier Händen, etwas Druck und Liebe trotzdem schließen – allerdings ist dies alles andere als empfehlenswert. Um die Vergleichbarkeit unserere Lautstärkemessungen zu bewahren, sind wir allerdings auf den Einsatz dieses Kühlers angewiesen. Ein Einbau noch höherer Kühler ist somit keinesfalls möglich.

Die Montageöffnung im Mainboardtray ist großzügiger gewählt als beispielsweise beim IN WIN BUC. Stießen wir dort mit der Sockelposition des verwendeten Asrock-Boards an die Grenzen der Montageöffnung, trafen wir hier auf keinerlei Probleme.

Da an eine Montage des Scythe Grand Karma Cross auf dem verwendeten Asrock-Board nicht zu denken ist, versuchten wir es mit einem Asus P5Q-Pro Board. Doch auch mit dem Asus-Board stößt der Scythe-Kühler gegen das Netzteil. Eine Einbau dieses Kühlers, dürfte also bei dem Outlaw nur auf den wenigsten aktuellen Boards klappen.

Bild: BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test
Bild: BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test
Zugang zur Backplate Eingebauter Scythe Grand Karma Cross


Lautstärke


Den objektiven Eindruck der Geräuschkulisse eines gesamten Gehäuses in Zahlen wiederzugeben stellt sich nicht ganz einfach dar. Je nach dem wo die Lüfter positioniert sind, kann sich eine mehr oder minder starke Lautstärke einstellen. Zusätzlich spielt in der Praxis die Position eines Gehäuses eine entscheidende Rolle. Wird ein Midi-Tower auf einem Schreibtisch gestellt, ist das Geräuschempfinden in Abhängigkeit zu den verbauten Lüftern wieder ein ganz anderes, als wenn es beispielsweise unter einem Schreibtisch steht und damit alleine schon Arbeitsplatte und Distanz dämpfend wirken.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt kann sich in der Praxis gegenüber Messungen des Schalldrucks bemerkbar machen: In vielen Fällen sind Gehäuse meist mit ihrer Rückseite nah vor einer Wand positioniert. Und in aller Regel finden sich auf der Rückseite der Netzteillüfter und vielleicht sogar zusätzliche Gehäuselüfter, welche die Luft nach außen transportieren. Durch das Auftreffen des Schalls auf der Wand, kann sich die Geräuschkulisse gegenüber einer freistehenden Messung noch einmal deutlich verändern – auch wieder in Abhängigkeit der zum Einsatz kommenden Lüfter und deren Drehzahlen.

Um solche Probanden annähernd Praxisnah zu vermessen, müsste man eigentlich mit mehreren Mikrofonen – positioniert rund um das Gehäuse – Messungen vornehmen. Einen solchen Messaufbau nimmt beispielsweise die c't in einem konzipierten, schalltoten Raum vor. Da uns diese Methode nicht möglich ist, werden wir nachfolgend drei verschiedene Messungen aufzeigen.

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Wir ermitteln die Geräuschkulisse auf der Front, der linken Gehäuseseite und der Gehäuserückseite. Dabei verwenden wir das kalibrierte, digitale Messgerät Greisinger AZ-8922. Die Messungen erfolgen dabei nicht im simulierten schalltoten Raum und sind damit nicht direkt vergleichbar mit unseren Messwerten der DAAS-USB-Anlage. Die Werte in den folgenden Tabellen stellen natürlich normierte Angaben dar, d. h. in Bezug auf 1 Meter Abstand zum Testkandidaten. Sie sind allerdings, bedingt durch die Abweichungen zur Norm (Freifeldmessung) lediglich als HT4U-Geräuschkennzahl zu verstehen.

normierter Geräuschpegel in dB(A)
Seitenwand
Gehäusefront
Rückseite
Lüfter auf 12V
18,8
15,4
23,4
db(A)


Subjektiv erscheint das BitFenix Outlaw unauffällig. Die Geräuschkulisse ist zwar durchaus wahrnehmbar, doch fällt sie nicht durch unangenehme hochfrequente Geräusche oder starkes Rauschen auf. Man sollte allerdings keine Wunder erwarten und zudem beachten, dass ein – sehr empfehlenswerter – weiterer Lüfter die Geräuschkulisse negativ beeinflussen kann. In Anbetracht dessen, dass wir mit einer passiven Grafikkarte und einem mehr oder minder unhörbaren CPU-Kühler in dieser Messung arbeiten, muss man klar festhalten, dass sich das Outlaw im Auslieferungszustand nicht ganz für Silent-Liebhaber anbietet. Der Geräuschpegel ist allerdings durchaus als akzeptabel.