BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test

Gehäuse & Kühlung | 19.10.2011, 23:40 | Seite 9

Gesamtwertung und Fazit


BitFenix will mit dem Outlaw offensichtlich im Markt der Budget-Gehäuse ordentlich mitmischen und gleichzeitig für neue Impulse im Gehäusedesign sorgen. Viele der aktuellen Trends, wie die Netzteilmontage am Boden oder Schlauchdurchführungen für Wasserkühlungen, wurden mit einem neuen Kühlkonzept kombiniert, bei dem nicht nur die CPU-Temperaturen gesenkt werden sollen, sondern vor allem auch die der Grafikkarte. Gleichzeitig wurde die Preisschraube so eingestellt, dass man mit der Konkurrenz, wie dem Aerocool X-Warrior, ins offene Gefecht geht.

Testwertung
Lieferumfang o/+
Lautstärke +
Lüftungskonzept o
Montage o
Kompatibilität o
Verarbeitung -
Kabelmanagement +
Preis ++
Mögliche Bewertungsmerkmale: -- / – / o / + / ++


Zwar bietet das Outlaw eine durchaus interessante Gehäuse-Konstruktion, doch vergisst der Hersteller, dass ein ungewöhnliches Konzept alleine nicht zum Erfolg führen kann. Während fehlende Luftfilter noch zu verschmerzen sind, trifft das fehlende bzw. kurze Handbuch auf Unverständnis. Offenbar leidet das Gehäuse deutlich unter seinem eigenen Preis, wodurch gleichzeitig dem Käufer damit das Leben unnötig schwer gemacht wird. Zudem schlägt sich der Preis auch bei der Sorgfalt während der Produktion des Gehäuses nieder: Die Lackierung macht keinen allzu haltbaren Eindruck und Gewinde sind nicht sauber geschnitten, wodurch Schrauben regelmäßig schief eingedreht werden.

Doch auch das Highlight – das umgekehrt verbaute Mainboard – entpuppt sich als durchwachsene Konstruktion. Während die gedrehte Hauptplatine das Belüftungskonzept positiv beeinflussen soll, entstehen mechanische Inkompatibilitäten mit größeren CPU-Kühlern. Als echter Knackpunkt stellt sich dagegen das Belüftungskonzept selbst heraus: der Einsatz von nur einem Lüfter im Heck ist ein klarer Fehlentscheid des Herstellers. Bereits bei der Montage fiel auf, dass Erweiterungskarten nicht im Luftstrom liegen – ein Umstand der sich auch in unseren Messungen niederschlägt. Die GPU-Temperaturen unserer passiven HD Radeon 5750 bewegten sich im Spielebetrieb Jenseits der 90-°C-Marke.

Bild: BitFenix Outlaw Midi-Gehäuse im Test


Immerhin gibt sich das BitFenix Outlaw bei der Geräuschkulisse keine Blöße und agiert auf einem angenehm leisen Niveau. Doch auch hier sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein weiterer, dringend empfehlenswerter Lüfter das Geräuschverhalten deutlich verschlechtern kann.

Für alle genannten Kritikpunkte lässt sich selbstverständlich das Preisgefüge als Argument anführen. Derzeit ist das BitFenix Outlaw zum Preis ab 36 Euro im Handel gelistet. Doch zeigt die direkte Konkurrenz in Form des Aerocool X-Warriors, dass es auch anders geht. Bei einem derzeitigen Preis von rund 37 Euro bietet man ein Handbuch, Luftfilter, sowie ein stimmiges Belüftungskonzept.

Was lässt sich also abschließend zum BitFenix Outlaw sagen? BitFenix liefert hier ein technisch interessantes Gehäuse welches durch sein mutiges Innendesign zu begeistern vermag. Doch lässt man leider zu viele Details links liegen und versteift sich auf eine möglichst günstige Fertigung. Wer auf aktuelle Features mit annehmbarer Qualität zum kleinen Preis nicht verzichten möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf das Aerocool X-Warrior oder das günstigere Sharkoon Vaya, welches ausgewachsenen Gehäusen in nichts nachsteht.

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Update 20.10.2011, 16.00 Uhr:
Nach Rücksprache mit BitFenix haben wir erfahren, dass das Handbuch regulär zum Lieferumfang gehört, bei unserem Exemplar jedoch offenbar vergessen wurde beigelegt zu werden. Zudem ist bei der Beschreibung der mitgelieferten Schrauben der jeweilige Einsatzort vermerkt. Der Artikel wurde an den betreffenden Stellen modifiziert und die Testwertung ins Positive korrigiert.

[ms], 19.10.2011