Flaggschiff im Sandsturm - Intels Core i7 990X im Test

Prozessoren | 18.03.2011, 12:56


Vor rund einem Jahr stellte Intel seinen ersten Sechskern-Prozessor Core i7 980X mit 3,33 GHz für Desktop-Systeme vor. Nun übernimmt der Intel Core i7 990X mit einem Takt von 3,46 GHz die Spitze. Er setzt nach wie vor auf Intels Westmere-Architektur und den Sockel 1366 samt zugehöriger X58-Plattform. Ob er sich dennoch gegen Intels neue "Sandy Bridge"-Palette durchsetzen kann, wollen wir im folgenden Testbericht untersuchen.

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Seit der Vorstellung der Nehalem-Architektur Ende 2008 verwendet Intels Plattform für Enthusiasten und Workstation-Nutzer den Sockel 1366 sowie den zugehörigen X58-Chipsatz. Lange Zeit bot diese Plattform dabei in Sachen Prozessor-, Speicher- und Grafikleistung das Non-Plus-Ultra, wenn auch zu teilweise sehr extremen Preisen. Seit Intel Anfang Januar diesen Jahres jedoch die "Sandy Bridge"-Prozessorfamilie für den Sockel 1155 in den Markt entlassen hat, bläst der bisherigen Enthusiasten-Plattform ein rauer Sturm entgegen. So bieten die neuen Prozessoren nicht nur in vielen Bereichen eine deutlich höhere CPU-Performance, sondern vereinen dies obendrein auch noch mit einem wesentlich geringeren Energieverbrauch und deutlich geringeren Anschaffungskosten. Selbst Intels bisheriges Flaggschiff, der Core i7 980X mit sechs Kernen, muss in vielen Fällen einem drei mal so günstigen Core i7 2600K mit vier Kernen den Vortritt lassen. Nur wenn eine Software massiv von mehr als vier Kernen profitiert, kann der Core i7 980X noch mithalten, oder sich an die Spitze setzen.

Bild: Flaggschiff im Sandsturm – Intels Core i7 990X im Test

Für eine Enthusiasten-Plattform ist dies natürlich nur bedingt tragbar, schließlich muss diese angesichts ihrer Preise auch in Sachen Leistung etwas mehr bieten, als die Mainstream-Plattformen. Aus diesem Grunde stellte Intel vor wenigen Wochen mit dem Core i7 990X ein neues Flaggschiff vor, welches der Sockel-1366-Plattform nochmal ein wenig Leben einhauchen soll.

Mit einem Standardtakt von 3,46 GHz und sechs Kernen, sowie der Unterstützung von Hyperthreading und TurboMode ist der Core i7 990X dabei Intels schnellster Sechskern-Prozessor, basiert jedoch wie sein Vorgänger noch auf der Westmere-Architektur und besitzt somit einige Nachteile gegenüber den moderneren "Sandy Bridge"-Ablegern. Ob sich das neue Topmodell dennoch am Ende in Sachen Leistung vor die "Sandy Bridge"-Prozessoren schieben kann und damit den Thron der schnellsten CPU einnehmen kann, wollen wir heute herausfinden.

Doch nicht nur die Leistung wollen wir heute analysieren, sondern auch die Leistungsaufnahme sowie die Übertaktungs- und Undervolting-Fähigkeiten werden wir auf den nächsten Seiten begutachten. Dank einem umgebauten Mainboard sind wir außerdem in der Lage den exakten Energieverbrauch des Prozessors zu bestimmen.