Gesamtwertung und Fazit
| Testwertung | Gigabyte GeForce GTX 670 OC WindForce 3 |
| Performance | ++ |
| Kühlleistung | ++ |
| Lautstärke Idle | ++ |
| Lautstärke Last | + |
| Leistungsaufnahme Idle | + |
| Leistungsaufnahme Last | + |
| Übertakten | o |
| Lieferumfang | o |
| Preislistung (Stand 21.05.2012) | 379 Euro |
Am derzeitigen Ende unseres Roundups angekommen, möchten wir ein paar allgemein gültige Aussagen vorweg schicken. NVIDIA ist es durchaus gelungen mit einem sehr kostenorientierten Design eine Grafikkarte zu realisieren, welche dennoch im Bereich von deutlich über 1 GHz bei den Taktraten arbeiten kann. Da mag man sich dann auf der einen Seite am Preis stören, auf der anderen Seite bleibt eben schlicht die Leistung im 3D-Bereich.
Letztere scheint mehr oder minder zu begeistern, gar auch im 400-Euro-Preissegment und betrachtet man sich dann OC-Modelle der Partner, erkennt man, wie der Abstand zu einer normalen GTX-680-Grafikkarte dahin schmilzt. Die Frage, was NVIDIA dazu bewogen haben mag, den Partnern solche Freiräume zu lassen, dass man gar das eigene Top-Modell gefährden kann, bleibt unbeantwortet. Hier darf man vielleicht ins Feld führen, dass die Ausbeute bei den GTX-680-GPUs möglicherweise nicht dem entspricht, was Massenmarkt bedeutet, doch hat man über einen Preispunkt von zirka 500 Euro den Massenmarkt ohnehin limitiert. Da bleibt dann vielleicht allenfalls noch das Argument, dass die GTX-670-Karten, inklusive GPUs eben deutlich einfacher umzusetzen sind und die Margen für Chiphersteller und Partner eben deutlich höher liegen.
Die Frage der Performance ist inzwischen hinreichend geklärt. Eine reguläre GTX-670-Grafikkarte bewegt sich in aller Regel nur etwa sieben Prozentpunkte im Mittel hinter einer GTX-680-Grafikkarte. Doch gibt es für Enthusiasten eben Limits bei der GTX 670. NVIDIA arbeitet mit einem Power Target, welches limitierend in die Leistung eingreift, sobald das Ziel erreicht ist. Maximal scheint man den Partnern hier 211 Watt zugestanden zu haben. 225 Watt ist das Limit der GTX 680 (bei einer Referenzkarte).

Bei den Top-OC-Modellen einer GTX-670-Karte kann dieses Limit durchaus schnell erreicht werden. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen oder eben eine GTX 670 von der nächsten Variation. EVGA hat mit ihrer Superclocked-Variante gezeigt, wie man es nicht machen sollte, will man den Endkunden mit maximalem Takt befriedigen. Gigabyte zeigt heute, wie man es richtig machen muss. Klar verliert man in diesem Punkt in den Kapiteln Leistungsfaufnahme oder Geräuschkulisse ein wenig und nähert sich der GTX 680 über die Maßen an – aber das ist eben jener Punkt, welchen die eigentlich Zielgruppe akzeptiert.
Noch einmal ein deutliches Stück schneller als eine Radeon HD 7950, noch einmal ein deutliches Stück näher an der GTX 680. Dafür nimmt man dann unter Umständen und nach Abwägen auch den einen oder anderen Nachteil in Kauf.
Harte Zahlen: die Gigabyte GTX 670 OC WF3 spielt in der Liga der GTX 680, sie liegt auf etwa gleicher Leistungsaufnahme und sie kann die Geräuschkulisse massiv unterbieten. Grundlegend nur Plus-Punkte für den heutigen Testkandidaten. Sein GTX-680-Platinen-Design kann man dagegen zwar hoch schätzen, aber in keiner Form deutlich ausspielen. Ein 8- und 6-Pin-Stromanschluss verpuffen hinsichtlich der Power-Target-Limitierungen ebenso wie die fünfte Phase bei der GPU-Stromversorgung.
Gigabyte beschritt hier einen für sich einfacheren Weg und wählte offenbar das eigene GTX-680-Design für diese OC-Modell einer 670. Das sollte auf dem Papier erst einmal teurer erscheinen, hat sich für den Hersteller offensichtlich durch ersparte Entwicklungskosten attraktiver gezeigt. Gleichzeitig übertreibt man es nicht bei den werkseitigen Taktungen, will man letzten Endes das eigene Produktportfolio nicht in einen Preiskampf stürzen.
Der maximale GPU-Boost der Karte liegt bei 1176 MHz und mit all den Umsetzungen wird dieser in der Praxis auch fast immer gehalten. Manuelle Übertaktungen sind möglich, aber nicht üppig. Im Ergebnis gefiel uns auf fast allen Stufen das, was Gigabyte hier durchdacht geplant hat. Scheitern dürfte man derzeit an einem Konkurrenten und das ist die ASUS GFX 670 DirectCU II Top, welche dann mit einem maximalen Boost von 1306 MHz (zwar nicht dauerhaft) – noch einmal toppt und in anderen Bereichen kaum nachsteht.
Der Preiskampf bleibt die letzte Frage, wie auch der Umstand, ob ein Testmuster gleiches erneut leistet. Beim GPU-Boost und der Chipgüte, wollen wir hier definitiv keine finalen Aussagen treffen. Dazu ist das ASUS-Produkt vermutlich erst gegen Ende des Monats verfügbar. Gigabytes Variante gibt es derzeit bereits im Markt, beispielsweise bei Caseking zu Preisen von 405 Euro.




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