Bildqualität: Anisotroper Filter
Weiterhin versicherte Intel auf dem IDF, dass man sich mit "Ivy Bridge" dem sehr schwachen anisotropen Filter der bisherigen iGPUs angenommen hat. Dadurch sollen nun Kreise statt Blumen im berühmten AF-Tester gezeichnet werden, was eine wesentlich bessere Winkelabhängigkeit bedeuten würde.
Betrachtet man die Realität muss man Intel dabei unumwunden ein Kompliment machen. In der Tat ist die Winkelabhängigkeit des anisotropen Filters bei "Ivy Bridge" deutlich geringer als noch bei "Sandy Bridge". Damit ist man auf dem sehr guten Niveau von AMDs Llano-APUs und somit der diskreten Grafikkarten angekommen.
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Allerdings trifft diese Aussage nur dann zu, wenn man im Grafiktreiber den Modus "Anwendungsgesteuert", "Balanced" oder "Optimal" für die Bildqualität wählt. Wer die "Performance"-Einstellung nutzt, muss mit einem stark postiven LoD-Bias (LoD = Level of Detail) leben. Dadurch werden zwar erst später höher auflösende Texturen eingesetzt, was der Performance zu Gute kommt, doch führt dies auch dazu, dass es zu vermatschten Texturen kommen kann. Daher ist die "Performance"-Einstellung nicht empfehlenswert, weshalb wir im Folgenden die "Anwendungsgesteuert"-Einstellungen verwenden.
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Da nun der anisotrope Filter kaum mehr eine Winkelabhängigkeit besitzt eignet er sich natürlich deutlich eher für den praktischen Einsatz, als noch bei "Sandy Bridge". Je nach Spiel kostet der Einsatz des Filters dabei sogar kaum Leistung, so dass in diesen Fällen eine Verwendung durchaus lohnenswert ist. Es gibt allerdings auch Situationen z.B in Brink oder Stalker, in denen der anisotrope Filter die Leistung massiv beeinträchtigt. Man muss also von Fall zu Fall entscheiden, ob die Leistung ausreicht, um AF zu nutzen.
| 1x AF | 16x AF | ||
| Brink [DX10, niedrige Details] | 48,6 fps | 40,5 fps | -16,6 % |
| Mafia II [DX9, hohe Details] | 21,1 fps | 21,1 fps | - 0,0 % |
| The Elder Scrolls V: Skyrim [DX 9, mittlere Details] | 35,1 fps | 35,1 fps | - 0,0 % |
| Anno 2070 [DX 10, mittlere Details] | 25,9 fps | 24,3 fps | - 6,2 % |
| Stalker – Call of Pripyat [DX 9, medium Details] | 51,3 fps | 48,0 fps | - 6,4 % |
Ein weiterer oft zitierter Umstand ist die Flimmerneigung bei aktiviertem anisotropen Filtern. Ein solches Verhalten konnten wir während unserer Tests nicht feststellen, was jedoch nicht heißen soll, dass es nicht existiert.
Alles in allem muss man somit an dieser Stelle festhalten, dass Intel in Sachen anisotroper Filter (nahezu) das Niveau diskreter Grafikkarten erreicht hat.
Update: 06.05.2012
Während unsere Tests einen nahezu winkelunabhängigen anisotropen Filter zeigten, fanden sich anderenorts Bilder, die dem Filter ein deutlich schlechteres Bild bei 16facher Filterung unterstellten. Bei einer Überprüfung unserer Ergebnisse stellte sich dabei schnell heraus, dass hier ein Bug im Launch-Treiber mit der Endung 2696 vorliegt. Während der Filter unter DirectX 10 tadellos arbeitet, kommt es unter DirectX 9 zu einem seltsamen Verhalten. Über das gesamte Sichtfeld hinweg treten "Spikes" oder "Fransen" auf. Wir haben Intel natürlich mit diesem Problem aufmerksam gemacht und um eine Klärung gebeten.
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Zwar steht eine Antwort bis heute noch aus, doch mittlerweile gibt es ein Treiber-Update, welches das Problem beseitigt. Seit wenigen Tagen gibt es einen Beta-Treiber mit der Versionsnummer 2729 bei Intel zum Download. Diesen sieht der Hersteller zwar eigentlich für Windows 8 vor, doch funktioniert dieser auch unter Windows 7 ohne Probleme. Mit eben diesem Treiber verschwinden unter DirectX 9 bei 16facher Filterung die "Fransen" und das bereits unter DirectX 10 erhaltene Ergebnis stellt sich nun auch hier ein.
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Somit lässt sich festhalten, dass das vielerorts aufgezeigte Filterproblem lediglich ein Treiberbug ist und kein Hardwarefehler ist. In Kürze sollte das Fix dann auch in einem WHQL-Treiber enthalten sein und es empfiehlt sich dann auf den neuen Treiber zu wechseln.




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