Intel Core i7 3770K - Ivy Bridge im ausführlichen Test

Prozessoren | 23.04.2012, 18:00 | Seite 22

Vorstellung des Testmusters


Takt, Spannungen & Temperaturen


Während die bisher genannten Spezifikationen und Veränderungen für (nahezu) alle "Ivy Bridge"-Modelle gleich sind, unterscheidet sich jede CPU in ihrer Versorgungsspannung und im Temperaturverhalten. Aus diesem Grund wollen wir nun unser Testexemplar des Intel Core i7 3770K im Detail vorstellen. Sämtliche Daten haben wir dabei auf dem Mainboard ASUS P8Z77-V Pro ermittelt.

Wie die "Sandy Bridge"-Ableger für den Mainstream-Sockel LGA-1155 treten auch die neuen "Ivy Bridge"-Modelle für diesen Sockel mit einem Idle-Takt von 1600 MHz an. Dieser errechnet sich dabei wie gehabt aus einem Multiplikator von 16 und einem Referenztakt von 100 MHz. Die Versorgungsspannung für die Kerne des Core i7 3770K liegt bei extrem niedrigen 0,78 Volt. Unter Last steigt die VCore dann auf nur 0,99 Volt um einen stabilen Betrieb bei 3,5 GHz zu gewährleisten. Sowohl im Idle als auch unter Last sind diese Werte ungewöhnlich niedrig und sind auf die neue 22-nm-Fertigung zurückzuführen. Hier ist Intel offenbar ein großer Sprung gelungen und verspricht gerade unter Last eine deutliche Verbrauchsreduktion.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Intel Core i7 3770K

Bei aktivem Turbo-Mode kann die Versorgungsspannung allerdings noch ein bisschen klettern. So haben wir eine reale Spannung von 1,05 Volt bis 1,08 Volt bei Ausnutzung der maximal möglichen Taktfrequenzen gemessen. Im Vergleich zu "Sandy Bridge" fallen diese Zugaben allerdings höher aus. Möglicherweise muss Intel angesichts der neuen Fertigung hier noch etwas konservativer zu Werke gehen.

Der System Agent inklusive Speichercontroller und PCI-Express-Interface wird konstant mit 0,93 Volt versorgt – wie schon bei "Sandy Bridge".

Auch die integrierte Grafikeinheit kann deutlich von der neuen Fertigung profitieren. Während die "Sandy Bridge"-Modelle die iGPU in der Regel mit einer Spannung von bis zu 1,21 Volt versorgten, kommt unser Core i7 3770K mit lediglich 1,04 Volt aus. Die maximale Taktfrequenz liegt bei 1150 MHz. Im Idle sind es hingegen nur noch 350 MHz. Bei ruhendem Desktop wird die iGPU sogar fast schlafen gelegt und die Spannungen auf nahe Null abgesenkt und selbst bei der Wiedergabe einer Blu-Ray liegen die realen Werte unter 0,2 Volt!

Takt [GHz]Spannung [Volt]
IdleKerne1,60,78
iGPU0,35abgeschaltet – 0,35
System Agent0,800,93
LastKernemax. 3,9max. 1,08
iGPUmax. 1,15max. 1,04
System Agent0,800,93
Real anliegende Taktfrequenzen und Spannungen für den getesteten Intel Core i7 3770K

Trotz der abgesenkten Thermal Design Power (TDP) von maximal 77 statt 95 Watt setzen die "Ivy Bridge"-Ableger auf den gleichen Boxed-Kühler wie die "Sandy Bridge"-Modelle. Um die Kühlerauswahl zu "vereinfachen" gibt Intel zudem auf der Verpackung der "Ivy Bridge"-Modelle eine TDP von 95 Watt an. So will man deutlich machen, dass man die gleichen Kühler wie bisher wählen kann. Gerade im Vorfeld des Launches stifteten diese Verpackungen jedoch einige Verwirrung und es steht zu befürchten, dass dies noch etwas länger anhält.

Für unsere Temperaturmessungen haben wir allerdings nicht auf den Boxed-Kühler zurückgegriffen, sondern auf unseren bewährten Scythe Kabuto. Dieser ist mehr als ausreichend dimensioniert und konnte den Core i7 3770K selbst unter Volllast bei guten 57 °C bis 63 °C Kerntemperatur halten. Im Idle waren es rund 30 °C.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Temperaturen des Intel Core i7 3770K mit Scythe Kabuto Luftkühler (links: Idle, rechts: Volllast)


Boxed-Kühler


Wie erwähnt finden bei den "Ivy Bridge"-Prozessoren die gleichen Boxed-Kühler Verwendung, die Intel auch den "Sandy Bridge"-Prozessoren beilegt. Während diese dort unter Last allerdings eher unauffällig agierten (HT4U-Test), macht sich der gleichen Kühler unter Volllast beim Einsatz des Core i7 3770K durchaus bemerkbar. Auch die Temperaturen liegen fast 10 °C höher als bei einem Core i7 2600K. Offenbar gestaltet es sich trotz abgesenkter TDP deutlich schwieriger "Ivy Bridge" ordentlich zu kühlen. Dies kann zum einen an der neuen 22-nm-Fertigung und damit verbundenen HotSpots liegen, doch auch Gerüchte, dass die Verbindung zwischen Heatspreader und Die nicht so gut sei wie noch bei "Sandy Bridge" sind nicht vollkommen abwegig.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Links: Boxed-Kühler, Rechts: Last-Temperaturen des Core i7 3770K bei Verwendung des Boxed-Kühlers