Aorus Thunder K7 - mechanisches Gamer-Keyboard samt Macro-Keypad im Test

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Technik: Ghosting und N-Key-Rollover



Hier ein kurzer Einschub in zwei wichtige Begriffe, die es zu klären gilt, bevor wir mit unserem Test fortfahren, denn Aorus wirbt damit, vollständiges Anti-Ghosting zu unterstützen.

Oha – ein Geist in der Tastatur?

Ein grundlegendes Problem bei der Einführung von Tastaturen mit USB-Anschluss ist das Phänomen, das sich Ghosting nennt. Unter diesem Begriff versteht man allgemein, dass nach einer bestimmten Kombination aus gedrückten Tasten eine Taste auf dem Bildschirm als gedrückt angezeigt wird, welche nicht gedrückt wurde, oder aber dass eine gedrückte Taste auf dem Bildschirm nicht erkannt wird. Diese Taste nennt man dann einen Geist – auf Englisch eben "Ghost".

Ein beliebtes Beispiel dafür ist Folgendes: Ihr spielt etwa einen Shooter und drückt nun im Eifer des Gefechts die Tasten W, D und S. Nun versucht ihr, eine Aktion mittels der E-Taste auszuführen, doch diese reagiert nicht.

Die Ursache

Dies liegt meist an der Bauart der Tastatur. Jede Taste auf der USB-Tastatur ist Gitternetz-artig und in Blöcken mit dem Micro-Controller der Tastatur verbunden. Um zuordnen zu können, woher genau das Signal kommt, wird das Gitternetz in Spalten und Reihen unterteilt. Beim Drücken eines Knopfes bekommt der Chip in der Tastatur zwei Signale: Ein Signal aus einer Spalte und ein Signal aus einer Reihe dieses Gitternetzes. Man kann sich dies leicht mit dem Prinzip des Spieles "Schiffe versenken" klarmachen – Schuss auf D8. ;) Wenn aber alles so exakt wie bei "Schiffe versenken" wäre, gäbe es das Ghosting-Problem eben nicht. So sind hauptsächlich günstige Konstellationen verantwortlich für die Problematik.

Bild: Aorus Thunder K7 – mechanisches Gamer-Keyboard samt Macro-Keypad im Test
Raster-Aufteilung Leiterbahnen, typische Tastatur


Wir gehen von dem aufgezeichneten Raster und den Blöcken aus. Wird eine Taste gedrückt, erfolgt ein Kurzschluss und damit ein Signal auf den Leiterbahnen, welches der Tastatur-Controller eindeutig identifizieren kann. Aber auch andere Kombinationen kann der Controller-Chip ebenfalls noch klar identifizieren.

Bild: Aorus Thunder K7 – mechanisches Gamer-Keyboard samt Macro-Keypad im Test
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Die dargestellten Tastenkombinationen stellen für den einfachen Controller damit noch kein echtes Problem dar. Sie lassen sich durch die klar definierten Reihen und Spalten identifizieren und darstellen. Problematisch wird es dann allerdings, wenn man in einen zusammenhängenden Viererblock wechselt.

Bild: Aorus Thunder K7 – mechanisches Gamer-Keyboard samt Macro-Keypad im Test
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Dadurch, dass Spalte und Zeile von unterschiedlichen Signalen in einem Block gleich dreimal belegt werden, werden normale Tastatur-Controller nun hilflos, weil sie die eindeutige Zuordnung nicht mehr durchführen können. Separate Leiterbahnen und Dioden könnten hier Abhilfe schaffen, doch wir sprechen eben von zusätzlichen Investitionen, welche im Massenmarkt nicht üblich sind und auch künftig nicht anzutreffen sein werden – oder eben nur gegen Aufpreis!

Ein Büro-Anwender wird eher selten in diese Problemlage kommen, und von daher ist der Massenmarkt bei der Problembeschreibung außen vor. Ein Spieler kann aber sehr wohl in diese Konstellationen geraten, weshalb eben Gaming-Tastaturen an diesem Punkt Abhilfe schaffen wollen und auch müssen.

Präventivmittel: N-Key-Rollover

N-Key-Rollover – in der Abkürzung häufig als NKRO anzutreffen – bedeutet, dass jede Taste und Tastenkombination auf einer Tastatur gedrückt werden kann und richtig erkannt wird. Dieses Feature wird oft auch schlicht als "Anti-Ghosting" beworben. Oft jedoch wird bei dieser Technik nur eine bestimmte Anzahl an Tasten gegen das Problem abgesichert. Typisch sind drei Tasten ("3-Key-Rollover") oder sechs Tasten ("6-Key-Rollover"). Letzteres ist leider auch dadurch bedingt, dass ein USB-Tastatur-Controller nur maximal sechs Tasten gleichzeitig erfassen kann.

Aus diesem Blickpunkt würde streng genommen nur der Weg bleiben, dass man mehrere Tastatur-Controller gleichzeitig in den Einsatz schickt. Oder vielleicht eben auch nicht! Der angesprochene Weg wäre denkbar, aber eben teuer, weshalb die Hersteller teils auch andere Wege einschlagen, so auch Aorus.

N-Key-Rollover bei der Thunder K7

Auf genau dieses Problem haben wir natürlich den Hersteller Aorus angesprochen. Spezielle Hardware? Mehr Tastatur-Controller? Separate Signalleitungen? Nein! Aorus teilte uns mit, dass man seine Technik nicht verraten möchte, aber gleichzeitig auch, dass man diese teuren Wege nicht eingeschlagen hat.

Es läge schlicht am Controller-Chip der Tastatur und eigenen Eingriffen in die Firmware, um ein komplettes Anti-Ghosting zeigen zu können. Ein komplettes Anti-Ghosting bietet man unterdessen aber nicht, denn "nur" 64 Tasten gleichzeitig können korrekt übersetzt werden. Das ist natürlich mehr, als jeder Spieler braucht. Mit Details hält man sich aber bedeckt.

Zur Prüfung und Verifizierung der Aorus-Aussage setzen wir auf Aquakey. Das Tool erlaubt uns auf einer simulierten Tastatur, alle gedrückten Tasten anzuzeigen. Dabei stellten wir (fast) keine Probleme fest. Aorus Anpreisung des N-Key-Rollover-Features funktioniert also überwiegend. Zumindest bei der Haupttastatur.

Bild: Aorus Thunder K7 – mechanisches Gamer-Keyboard samt Macro-Keypad im Test
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Haupt-Keyboard: alle 8 Tasten wurden gedrückt und angenommen Macro-Keyboard: 7 Tasten wurden gedrückt, die Taste W wurde nicht erkannt Macro-Keyboard: 8 Tasten wurden gedrückt, E und S wurden nicht erkannt


Auch das Macro-Keyboard haben wir mittels AquaKey näher unter die Lupe genommen. Dazu haben wir die ersten beiden Reihen mit den Tasten Q, W, E, R und A, S, D, F belegt. Und dann zuerst drei, dann vier bis hin zu allen acht Tasten gleichzeitig gedrückt. Hierbei mussten wir feststellen, dass das kleine Keyboard lediglich über ein 6-Key-Rollover verfügt. Das ist zwar nicht auf der Verpackung beschrieben, wurde uns aber von Aorus auf Nachfrage bestätigt. Trotz allem sollte dies aber nur die wenigsten Spieler stören, da ein Fall, bei dem sieben Tasten auf einmal benutzt werden, praktisch nie vorkommt.

Spezialkombinationen

Dazu dürfen wir noch erwähnen, dass es nicht dokumentierte Tastenkombinationen gibt. Im Falle des NKRO hat Gigabyte mitgeteilt, dass man mittels "FN-n"-Kombination in den regulären Modus schalten kann, bei welchem maximal sechs Tasten (USB-Spec) gleichzeitig verwendet werden können. Der Auslieferungszustand ist aber "FN-g", welcher das maximale NKRO darstellt.

 



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